• Praxis
Über Häufigkeit und Eigenschaften

Pflegephänomen chronischer Schmerz

Das Management von chronischen Schmerzen durch Pflegende bekommt mit dem im Oktober 2013 konsentierten Expertenstandard zum Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen (www.dnqp.de) erstmalig eine standardisierte Qualitätsempfehlung. Der vorliegende Artikel geht auf besondere Anforderungen in der Betreuung und Pflege von Menschen mit chronischen Schmerzen ein und charakterisiert Gemeinsamkeiten von Erkrankungskarrieren.


Wie viele Menschen genau derzeit in Deutschland von chronischen Schmerzen betroffen sind, lässt sich mit aktuellen und unabhängigen Bevölkerungsuntersuchungen nicht mit Sicherheit sagen. 2013 haben Schmerzmediziner aus Saarbrücken (Häuser 2013) eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe danach gefragt, ob sie in den vergangenen drei Monaten ständig oder häufig auftretende Schmerzen hatten. Von 2.508 Personen antworteten 58 Prozent unter anderem auch, wie stark diese Schmerzen in den vergangenen vier Wochen waren. 28,3 Prozent der Befragten hatten demnach chronischen Schmerz, darunter nur 1,4 Prozent tumorbedingten Schmerz (Häuser 2013).

Literaturlage ernüchternd

Erschwert werden Schätzungen über die Häufigkeit chronischer Schmerzen zudem aufgrund der Vielzahl von Erkrankungen, die mit dem Schmerzproblem einhergehen oder ursächlich dafür sind. Dadurch können Schmerzbetroffene nur schwer mithilfe von beispielsweise Krankenkassendaten oder anhand von diagnostischen Katalogen identifiziert werden. Denn neben den konkret schmerzbezogenen Diagnosen leiden auch Patienten zum Beispiel mit rheumatischen Erkrankungen oder mit diabetischer Neuropathie an chronischen Schmerzen. Die Bundesregierung geht derzeit von einem Anteil von zehn bis 20 Prozent und somit 6,7 bis 13 Millionen Erwachsenen aus (Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage, Drucksache 17/14631, 26.08.2013). Bei jedem fünften Betroffenen in einer europaweiten Untersuchung halten die Schmerzen länger als 20 Jahre an (durchschnittliche Dauer rund sieben Jahre, Breivik et al. 2006). Zwei Drittel älterer Schmerzpatienten (≥ 65 Jahre) hatten die Schmerzen bereits seit Jahren und 40 Prozent immer (Basler 2003). Ältere Patienten (≥ 65 Jahre) in Deutschland mit chronischem Schmerzsyndrom sind davon durchschnittlich in mehr als vier Körperbereichen betroffen (Basler 2003).

Um einen Eindruck von der Häufigkeit von chronischem Schmerz zu bekommen, muss noch eine wichtige Frage gestellt werden: Welche Personen mit chronischen Schmerz bedürfen mehr oder weniger Unterstützung und Pflege in Zusammenhang mit dem Schmerzmanagement?

Damit diese Frage beantwortet werden kann, ist es wichtig, sich zwei sehr gegensätzliche Fälle genauer zu betrachten: Menschen im jüngeren Erwachsenenalter, die beispielsweise an chronischen Kopfschmerzen, wie Migräne leiden, sind in den wenigsten Fällen in Kontakt mit Pflegepersonen. Sie übernehmen ihr Schmerzmanagement zum größten Teil selbstständig und sind dabei optimaler Weise unter ärztlicher Beobachtung und Therapie. Je komplexer sich jedoch die Schmerzsituation darstellt, kommen Betroffene in vielerlei Situationen mit professioneller Pflege in Kontakt. So zum Beispiel wenn sich komplexe Medikamentenregime, psychische oder körperliche Behinderungen aufgrund des Schmerzes hinzugesellen. Der Kontakt findet dann im Rahmen von speziellen Therapien gegen die somatischen Schmerzproblem statt (z.B. Operationen an der Wirbelsäule), in einer rehabilitativen Einrichtung, wie psychosomatischen Kliniken oder aber nach SGB XI als pflegebedürftige Menschen in der ambulanten oder stationären Langzeitpflege. Um also die Häufigkeit und auch den individuellen Pflegebedarf von Betroffenen einschätzen zu können, liegen momentan nur die Daten von Häusern vor, die Tabelle 1 zeigt. Hier wurde eine Einteilung der antwortenden Schmerzbetroffenen in die vier Stadien des chronischen Schmerzes vorgenommen.

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