• Praxis
Schmerzmanagement in der Asklepios Klinik Barmbek

Mit entschlossener Kontinuität

Pain Nurse Ruth Paetow hat am Klinikum in Hamburg einen Akutschmerzdienst entwickelt und etabliert. Das brachte ihr den zweiten Platz bei der „Pain Nurse des Jahres 2013" ein.

Die Behandlung von Schmerzen ist nach wie vor ein wichtiges Thema in den deutschen Krankenhäusern. Untersuchungen belegen, dass jeder zweite Patient im Krankenhaus unter moderaten bis starken Schmerzen leidet. In Hospizen und Altenpflegeeinrichtungen ist die Zahl noch deutlich höher.

Vielen dieser Patienten könnten Schmerzen erspart bleiben, wenn die Erkenntnisse der modernen Schmerztherapie konsequent umgesetzt würden. Effektives Schmerzmanagement trägt nicht nur zum Wohle der Patienten, sondern ebenso zur Qualitätsverbesserung in der allgemeinen Gesundheitsversorgung bei.

Eine große Möglichkeit, die Schmerzbehandlung zu verbessern, ist neben der Etablierung des Themas in Studium und Ausbildung, besonders der Einsatz von sogenannten „Pain Nurses". Diese speziell weitergebildeten Pflegefachpersonen (Fachbegriff: „Algesiologische Fachassistenz") arbeiten in direktem Kontakt mit den Patienten, weitgehend selbstständig und abteilungsübergreifend. Ein ärztlicher Mitarbeiter steht ihnen im Rahmen des Akutschmerzdienstes jederzeit zur Seite. Sie sind dank ihrer speziellen Ausbildung in der Lage Fachaufgaben zu übernehmen und die Pflegenden vor Ort zu entlasten. Sie stehen den Stationsteams beratend zur Seite und können so das Thema Schmerzbehandlung direkt an die Pflegekräfte weiter vermitteln.

Regelmäßige Schulungen in der Schmerztherapie

In der Asklepios Klinik Hamburg Barmbek wurde der Akutschmerzdienst, zu dem die Pain Nurses gehören, im Jahr 2008 eingeführt. Seitdem hat sich dieser Bereich – auch aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse – enorm weiterentwickelt und ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Behandlung von Schmerzen geworden.

In regelmäßigen Schulungen werden die ärztlichen und nicht-ärztlichen Mitarbeiter der Klinik für den Umgang mit Pumpen- und Katheter-gestützten Schmerztherapieverfahren fortgebildet. Die routinemäßige alltägliche Schmerzerfassung und -dokumentation wurde eingeführt und wird ständig mit internen Überprüfungen verifiziert. Die Wirkung von Schmerzmedikamenten und deren Nebenwirkungen sowie auch nichtmedikamentöse Therapieverfahren (z. B. kinesiologische Tapes) werden ebenfalls kontinuierlich geschult. Die Beratung von Patienten und Angehörigen im Umgang mit Schmerzmedikamenten wird in besonderen Trainingseinheiten geschult.

Als Haus der Schwerpunktversorgung hat die Asklepios Klinik Barmbek mit ihren 703 Betten ein breites konservatives und operatives Spektrum. Daraus ergibt sich ein großes Aufgabengebiet in der postoperativen Schmerztherapie für die Pain Nurses im Akutschmerzdienst. Neben der standardisierten postoperativen Schmerztherapie für alle operierten Patienten wird bei vielen großen Operationen unterschiedlichster Fachrichtungen für die postoperative Phase ein komplexes Schmerztherapieverfahren angeboten (Periduralkatheter). Die Betreuung der patientenkontrollierten Periduralanalgesie (PCEA) durch regelmäßige Visiten obliegt den Pain Nurses in Zusammenarbeit mit den Stationsteams und dem ärztlichen Akutschmerzdienst.

Qualität wird intern und extern geprüft

Die gesamte Therapie der Schmerzbehandlung wird mit verschiedenen Qualitätssicherungsverfahren überprüft. Die externe Qualitätssicherung (EQS) erfolgt im Rahmen einer standardisierten postnarkotischen Befragung sowie intern über die Auswertung der hauseigenen, elektronischen Schmerzdokumentation MEDLINQ-Schmerz. Zur regelmäßigen Verbesserung der Qualität in der postoperativen Schmerztherapie beteiligen wir uns an dem bundesweiten Benchmark-Projekt QUIPS (Qualitätsverbesserung in der postoperative Schmerztherapie). Dank dieser drei Verfahren, in denen permanent Ergebnisse ausgewertet, Schlussfolgerungen gezogen und Verbesserungen erarbeitet werden, ergibt sich ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem auf höchstem Niveau.

Diese Durchdringung und konsequente Umsetzung der Akutschmerztherapie wurde im Januar 2011 mit der Zertifizierung der „Akutschmerztherapie" durch den TÜV Rheinland belohnt. Die in den folgenden Jahren durchgeführten Überwachungsaudits und die erfolgreiche Rezertifizierung im Januar 2014 bestätigen erneut die gute Arbeit des Bereichs.

Aufgrund des großen Erfolgs in der Akutschmerztherapie konnte die Asklepios Klinik Barmbek inzwischen bereits eine dritte Pain Nurse einstellen. Dies stellt nun sicher, dass an sechs Tagen in der Woche zweimal täglich eine Schmerzvisite durch eine Pain Nurse bei allen Patienten erfolgt, die mit einem komplexen Schmerztherapieverfahren versorgt worden sind. Außerhalb der Regelarbeitszeit sowie an Sonn- und Feiertagen gewährleisten die diensthabenden Anästhesisten der Klinik die Betreuung.

Die von den Schmerztherapeuten erstellten Schmerzkonsile in anderen Fachabteilungen werden ebenfalls vom Bereich Akutschmerztherapie betreut. In Rücksprache mit den Therapeuten werden die Dosierungen angepasst oder umgestellt bis eine zufriedenstellende Situation für den Patienten erreicht wird.

Fortbildungsreihe „Pain Nurse Horizonte"

Darüber hinaus gibt es von den Pain Nurses eine eigene Fortbildungsreihe, die „Pain Nurse Horizonte". Diese Fortbildungen richten sich an interne, interessierte Pflegende und Ärzte, vor allem aber an externe Kollegen im gesamten Bundesgebiet. Neben der reinen Information dienen die „Pain Nurse Horizonte" auch als gemeinsames Netzwerk.

Ein weiteres Feld besteht in der Unterstützung von Kollegen, die zu Demenzexperten ausgebildet wurden und werden. Das Thema Schmerz bei älteren und kognitiv eingeschränkten Menschen birgt nach wie vor großes Verbesserungspotenzial. Etwa 80 Prozent der Betroffenen werden in Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen bislang nur unzureichend mit Schmerzmitteln versorgt. Diese Situation gilt es nachhaltig zu optimieren.

Das Ziel der Pain Nurses ist es, mit Kontinuität und Beharrlichkeit, den aktuellen Stand der Akutschmerztherapie in allen Bereichen stetig zu verbessern.
 

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