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Care-Klima-Index

Stimmung in der Pflege bleibt getrübt

In der Pflege herrscht trotz zahlreicher Reformen nach wie vor schlechte Stimmung. Der aktuelle Care-Klima-Index zeigt nur eine leichte Tendenz ins Positive, wie aus den am Dienstag in Berlin vorgestellten Ergebnissen hervorgeht.

Im Vergleich zum Jahr davor hat sich 2019 zwar die Wahrnehmung der aktuellen Situation in der Pflege um 2 Punkte von 95,3 in 2018 auf 97,3 verbessert – liegt damit aber noch unter dem Ausgangswert 100 von 2017. Auch nimmt das Thema Pflege bei der Politik nach Meinung der Befragten inzwischen einen etwas höheren Stellenwert ein als noch vor 2 Jahren. Jedoch hat sich damit nach ihrem Empfinden weder der Arbeitsalltag von professionell Pflegenden noch die wirtschaftliche Situation in Krankenhäusern, Heimen und ambulanten Pflegediensten verbessert.

In der Wahrnehmung von 37 % der befragten professionell Pflegenden hat sich der Pflegealltag aufgrund gesetzlicher Reformen im vergangenen Jahr sogar verschlechtert. Die Quote derer, die diese Ansicht äußerten, stieg gegenüber 2018 um 11 Prozentpunkte. Am stärksten ausgeprägt ist diese Meinung im Pflegemanagement und in der akademischen Pflege. Sie hat sich dort seit 2017 mehr als verdoppelt – von 21 % auf 43 %.

Die Arbeitsbedingungen werden mit 56 % der Befragten zwar weiterhin als schlecht bewertet. Im Vorjahr waren das aber noch 60 %.

Zentrales Problem:chronisch hohe Arbeitsbelastung

Die pflegerische Versorgung sei nicht gesichert, mahnte der Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), Franz Wagner, angesichts der aktuellen Zahlen und forderte deutlich höhere Investitionen in Pflege.

"In manchen Bereichen gleicht es einer Bankrotterklärung für unser Gesundheitssystem, dass 39 % der im Care-Klima-Index-Befragten und sogar 59 % der Pflegefachpersonen die Qualität der pflegerischen Versorgung in Deutschland als nicht gesichert ansehen", so Wagner.

Zentrales Problem sei außerdem weiterhin die "chronisch hohe Arbeitsbelastung, die durch die Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen noch verschärft" werde.

Die Pflege sitze zudem auf einer "tickenden demografischen Zeitbombe". Rund 40 % der Pflegefachpersonen gingen in den nächsten 15 Jahren in Rente. 86 % der Pflegenden sähen den künftigen Bedarf an Pflegefachpersonen als nicht gesichert an.

Der Care-Klima-Index wird seit 2017 vom Deutschen Pflegetag gemeinsam mit dem Institut Psyma Health & Care GmbH erhoben. Er gilt als repräsentativer Indikator für das Stimmungsbild in der größten Berufsgruppe des Gesundheitswesens. Befragt werden rund 2.000 Menschen, die in irgendeiner Weise mit professioneller Pflege zu tun haben.

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