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Entlastung für Pflegende

Unimedizin Mainz und Verdi einigen sich

Im Tarifstreit zwischen der Universitätsmedizin Mainz und der Gewerkschaft Verdi hat es eine Teileinigung gegeben – damit wurde der für diesen Donnerstag geplante Warnstreik abgesagt. Die Klinikleitung des größten Krankenhauses in Rheinland-Pfalz hat sich mit Gewerkschaftsvertretern darauf geeinigt, künftig eine Mindestzahl von Pflegenden pro Station einzuplanen. Eine Kernforderung von Verdi, Sollzahlen einzuführen, wurde somit erfüllt.

"Nur durch eine harte Auseinandersetzung ist es uns gelungen, zu dieser Teileinigung zu kommen", sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Hutmacher auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Klinikleitung am Donnerstagmorgen. Nun gehe es darum, den Tarifvertrag inhaltlich auszugestalten.

Einige Eckpunkte noch unklar

Noch nicht bekannt ist, wie hoch die vereinbarte Sollzahl sein soll, also mit wie viel Personal die Stationen mindestens besetzt sein müssen.

Geeinigt hätten sich beiden Seiten auf einen Ausgleich für die Pflegenden, sollte die Zahl an Fachkräften nicht zur Verfügung stehen. Wie dieser genau aussehen soll, ist ebenfalls noch unklar. Auch wurde der Qualifikationsmix, also die Mischung aus examinierten und nicht-examinierten Pflegenden, festgelegt.

Die Verhandlungspartner hätten zwar noch nicht alle Punkte abschließend verhandelt, doch es sei gemeinsam gelungen, eine Teileinigung zu erzielen und so den angekündigten Arbeitskampf abzuwenden, sagte der Kaufmännische Vorstand der Unimedizin, Christian Elsner. Die Klinik stelle derzeit bereits alle zur Verfügung stehenden qualifizierten Fachkräfte in der Pflege ein, betonte er weiter. Außerdem habe man bereits im Sommer den höchsten Tarifabschluss in der Region abgeschlossen. Trotzdem fehlten Pflegekräfte. "Die Universitätsmedizin Mainz hat gemeinsam mit Verdi das Ziel, für alle Beschäftigten ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten", so Elsner.

Die Gespräche sollen am 3. Dezember in die nächste Verhandlungsrunde gehen.

Petition übergeben

Am Dienstag hatten rund 30 Pflegende der Unimedizin im Gesundheitsausschuss des Landtags eine Petition an Staatssekretär Alexander Wilhelm (SPD) übergeben, mit fast 1.300 Fotos nicht-ärztlicher Beschäftigter des Krankenhauses. Gefordert wurde, dass die Landesregierung mehr Druck auf die Unimedizin ausübt. Pflegende schilderten dem Ausschuss beklemmende Szenen, etwa dass der Tod einer Patientin erst Stunden später bemerkt worden sei.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich Verdi mit Verhandlungspartnern des Jenaer Universitätsklinikums auf eine dortige Entlastung für Pflegende verständigt. Warnstreiks waren der Einigung vorausgegangen.

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