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Altenpflege als Spielball von Profitjägern

Politiker in Hamburg und die Gewerkschaft Verdi haben das "Gebaren von finanzgetriebenen Anbietern in der Altenpflege" kritisiert. Hintergrund ist, dass der Finanzinvestor Oaktree nach nur einem Jahr Anteile der Heimkette "Pflegen & Wohnen" in Hamburg an die Immobiliengesellschaft "Deutsche Wohnen" verkauft.

Die von Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) geleitete Hamburger Gesundheitsbehörde hat auf diese Meldung "entspannt" reagiert, wie der Norddeutsche Rundfunk berichtete. Der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion der Linkspartei in der Bürgerschaft in Hamburg, Deniz Celik, kann diese Ruhe allerdings nicht nachvollziehen. Der Senat sehe tatenlos zu, "wie die Altenpflege in Hamburg immer mehr zum Renditeobjekt von Finanzinvestoren" werde. "Nun bewahrheitet sich unsere Befürchtung, dass es von Anfang an um das schnelle Geld ging", so Celik. Mit Blick auf strikt renditeorientierte Unternehmen wie Oaktree und Deutsche Wohnen sei es besonders bedenklich, dass kaum noch Kontrollen durch die Wohn-Pflege-Aufsicht erfolgten.

Auch Verdi sieht den Deal kritisch. "Der Verkauf beweist einmal mehr, dass die Finanzinvestoren kein langfristiges Interesse an der Altenpflege haben", kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Dienstag in Berlin. Anstatt zum Spielball von Profitmaximierern zu werden, brauche die Altenpflege Planungssicherheit und qualitativ hochwertige Versorgung. "Wenn es in erster Linie darum geht, den Wert des Portfolios zu erhöhen, läuft etwas gewaltig schief", so Bühler besorgt. Selten sei es so offensichtlich, dass es den Investoren in der Altenpflege vor allem um Immobiliengeschäfte und kurzfristige Profite gehe, wie bei diesem Deal.

Es ist nicht der erste Eigentümerwechsel für "Pflegen & Wohnen". Im August 2017 hatten die Burkart Verwaltungen GmbH und die Andreas Franke Unternehmensgruppe "Pflegen & Wohnen" an den US-Finanzinvestor Oaktree verkauft. Oaktree übernahm zeitgleich auch die Vitanas Gruppe, die ihrerseits Anteile an "Pflegen & Wohnen" hielt.

Die "Deutsche Wohnen" ist nach eigener Darstellung eine der führenden börsennotierten Immobiliengesellschaften Deutschlands. In ihrem Kerngeschäft – der Vermietung von Wohnungen – hat sie sich einen zweifelhaften Ruf erarbeitet: Mit steigenden Mieten und einer auf maximalen Gewinn ausgerichteten Strategie drängt sie Mieter aus ihren Wohnungen. Vor dem Verfassungsgericht des Landes Berlin versucht sie seit Ende 2017 den verbindlichen Mietspiegel für verfassungswidrig erklären zu lassen. Das Geschäftsjahr 2017 hat die Immobiliengesellschaft mit einem Konzerngewinn von 1,8 Milliarden Euro abgeschlossen.

Bereits im vergangenen Jahr warnte Verdi vor "gefährlichen Entwicklungen" in der Altenpflege.

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