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Umfrage der Landespflegekammer RP

Unzufriedenheit in der Pflege wächst

Professionell Pflegende denken im Zuge der Pandemie verstärkt darüber nach, den Beruf aufzugeben.

76 % aller Pflegenden in Rheinland-Pfalz spielen mit dem Gedanken, aus ihrem Beruf auszusteigen. Dieses Ergebnis geht aus einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) hervor. Im vergangenen Jahr hatte die Landespflegekammer das IfD beauftragt, die "Situation von Pflegefachpersonen in der Coronapandemie" zu untersuchen.

29 % der Umfrageteilnehmenden fühlten sich "stark belastet", 45 % "eher belastet". 85 % der Befragten gaben eine gestiegene Arbeitsbelastung seit Beginn der Corona-Pandemie an, 58 % beschrieben diese als deutlich erhöht. Als Hauptgründe dafür nannten sie Zeitdruck (77 %) und Verwaltungsaufwand (75 %).

An der Umfrage haben 1.253 bei der Landespflegekammer registrierte Mitglieder teilgenommen. Bereits 2019 hatte es eine ähnliche Umfrage gegeben. Damals gaben 72 % der Befragten an, zumindest gelegentlich darüber nachzudenken, den Beruf aufzugeben.

Die Vorständin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Brigitte Anderl-Doliwa, sprach am heutigen Donnerstag anlässlich einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Ergebnisse von einem "besorgniserregenden Zustand" der Pflege:

"In Pflegeheimen, Krankenhäusern und ambulanten Pflegediensten herrscht Unzufriedenheit, was vor allem auf die zu hohe Arbeitsbelastung zurückgeht."

Der Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Markus Mai, ergänzte:

"Die Unzufriedenheit in der beruflichen Pflege wächst. Oft muss sich die Berufsgruppe anhören, dass dies leere Behauptungen seien. Nun haben wir konkrete Zahlen, die genau das belegen. Ein größer werdender Personalengpass in Heimen und Krankenhäusern stellt auch automatisch eine Gefahr für die pflegerische Versorgung der Bevölkerung dar."

Anderl-Doliwa sprach sich für staatliche Mittel aus, um professionell Pflegende zu entlasten und „einen noch größeren Personalschwund zu verhindern“. Kammerpräsident Mai betonte:

"Eine Investition in die Pflege ist damit eine Investition in alle. Ein Mindesteinstiegsgehalt von 4.000 Euro wäre ein guter Anfang." 

Als "Sofortmaßnahme" forderte er einen Steuerfreibetrag von mindestens 1.000 Euro pro Monat.

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