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Fachpersonalmangel

PwC-Studie: Die Pflege wird zum Pflegefall

Deutschland droht laut aktueller Analyse ein Personalnotstand, der die Gesundheitsversorgung gefährdet.

Der Fachpersonalmangel im deutschen Gesundheitswesen wird sich weiter zuspitzen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) "Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen 2022 – Wenn die Pflege selbst zum Pflegefall wird".

Bis 2035 könnten in der Alten- und Krankenpflege rund 1,8 Millionen offene Stellen nicht mehr besetzt werden, weil qualifiziertes Fachpersonal fehlen werde, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Papier. Bereits heute liege der Engpass in beiden Versorgungsbereichen bei 6,8 % (290.000 offene Stellen). 

Schlechtes Image

Als wesentliche Ursachen für den Fachpersonalmangel in der Pflege nennt die Studie neben dem demografischen Wandel die Arbeitsbedingungen in der Pflege. Dazu gehören demnach körperliche und psychische Belastung. In der Studie heißt es dazu:

"Insgesamt ist das Bild von Pflege bedenklich negativ geprägt, gerade erfahrenen Kräften scheint im Laufe der Zeit der berufliche Idealismus verloren zu gehen."

Mehr Wertschätzung gewünscht

Bessere Arbeitsbedingungen ließen sich der Studie zufolge über eine höhere gesellschaftliche Anerkennung der Leistung von Pflegenden erzielen. Weitere wichtige Signale für mehr Wertschätzung seien ein angemessenes Gehalt sowie bessere Arbeitszeiten und eine bessere personelle Ausstattung. Damit – so die Studienautorinnen und -autoren – ließen sich insbesondere Wechselwillige mit Interesse an der Pflege, Arbeitslose sowie Absolventinnen und Absolventen mit Schulabschluss in den vergangenen drei Jahren anwerben.

Fünf Wege aus dem Fachpersonalmangel

Die Studie nennt fünf Bedingungen, die Gesundheits- und Pflegepolitik sowie Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Gesundheitswesens erfüllen müssten: 

  1. Botschafter ausbilden: Für das Recruiting spielt die persönliche Ansprache eine wesentliche Rolle. Mitarbeitende sollten daher Botschafter für den Pflegeberuf werden.
  2. Arbeitsbedingungen verbessern: Das Gehalt erhöhen sowie körperliche und psychische Belastung abbauen – insbesondere durch eine gute personelle Ausstattung.
  3. Intelligente Technologien einsetzen: Digitale Technologie kann Personal entlasten und die Versorgung verbessern, sofern sie einen Mehrwert für den Pflegealltag mitbringt.
  4. Berufliche Weiterbildung stärken: Personal ist die Möglichkeit zur Weiterentwicklung wichtig. Daher sollten Unternehmen der Gesundheitswirtschaft in Fort- und Weiterbildung investieren.
  5. Aufgaben zwischen den Professionen neu verteilen: Neue Perspektiven ergeben sich, wenn Pflegende mehr Kompetenzen bekommen.

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