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Gewaltprävention für professionell Pflegende

Postel: "Gewalt darf kein Berufsrisiko sein"

Die Pflegekammer NRW will u. a. in der Fort- und Weiterbildungsordnung den Erwerb von Fachexpertise zum Schutz vor Gewalt verankern.

Die Politik in Nordrhein-Westfalen (NRW) überlegt, wie Personal in der Gesundheitsbranche besser vor Gewalt zu schützen ist. Denn Gewalt gegenüber systemrelevanten Berufen sei immer noch ein Tabuthema, verdeutlichte die geschäftsführende Vorsitzende der Pflegekammer NRW, Sandra Postel, am Mittwoch während einer Anhörung im Landtag zum Thema Gewaltprävention für professionell Pflegende.

 

Verschiedene Formen der physischen und psychischen Gewalt gegenüber Pflegefachpersonen seien keine Seltenheit. Im Rahmen der Versorgung pflegebedürftiger Menschen könnten täglich verbale Bedrohungen und körperlichen Gewalttaten gegenüber Pflegenden auftreten. Insbesondere sexuelle Belästigungen und Übergriffe seien "ein besorgniserregender Faktor". Die Pflegekammer unterstütze deshalb den SPD-Antrag. Postel sagte:

"Ein geschütztes Umfeld und wirkungsvolle Maßnahmen zur Gewaltprävention für die Berufsgruppe der Pflegenden sind daher unabdingbar. Denn Gewalt darf kein Berufsrisiko im Gesundheitswesen sein."

Stärkung fachlicher und personaler Kompetenzen

Klassische Gewaltstrategien stünden oft im Widerspruch zur Fürsorgepflicht in der Pflegesituation. Unterschiedliche Krankheitsbilder, wie Delir, Demenz, Alkoholismus oder psychische Erkrankungen, könnten eine Gewaltbereitschaft begünstigen. Fachwissen über diese, für ein erhöhtes Gewaltpotenzial bekannte Diagnosen und die Entwicklung einer stärkenden Haltung gebe Betroffenen mehr Sicherheit im Umgang mit grenzüberschreitenten Situationen, so Postel weiter.

Die Pflegekammer NRW wolle deshalb den Erwerb von Fachexpertise zum Schutz vor Gewalt in der Fort- und Weiterbildungsordnung für die Berufsgruppe der Pflegenden ergänzen.

Berufsgruppenübergreifende Leitlinie zur Gewaltprävention erstellen

Darüber hinaus sei das Thema aber auch bei Arbeitgebenden zu enttabuisieren und seien gezielte Deeskalationstrainings – insbesondere für die unterschiedlichen Facetten von Gewalt und "leise Gewaltformen" – notwendig.

Postel schlägt im Rahmen eines berufsgruppenübergreifenden runden Tisches eine gemeinsame Leitlinie zur Gewaltprävention für den Gesundheitssektor und die Gesundheitsberufe in NRW vor.

Für die Punkte Deeskalation und Beweisführung sind aus Sicht der Pflegekammer NRW geschulte Führungspersonen unverzichtbar, die einen offenen Umgang mit dem Thema Gewalt in den Arbeitsstätten pflegen, Gewalterfahrungen erkennen und eine systematische Aufarbeitung ermöglichen.

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