Am Müritz-Klinikum in Waren (Müritz) haben nichtärztliche Beschäftigte einen unbefristeten Streik begonnen. Darüber berichten unter anderem der NDR, der Nordkurier und die Märkische Allgemeine Zeitung. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligen sich rund 60 Beschäftigte und damit etwa ein Drittel der Belegschaft am Hauptstandort des Krankenhauses.
Der Arbeitskampf richtet sich auf die Forderung nach einem Tarifvertrag für Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie weitere nichtärztliche Beschäftigte. Nach Angaben von Verdi waren dem Schritt bereits 13 Warnstreiktage seit April vorausgegangen. In einer Urabstimmung hätten sich mehr als 85 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für den unbefristeten Streik ausgesprochen.
Verdi verlangt Tarifvertrag für nichtärztliches Personal
Auslöser des Konflikts ist die bislang fehlende Einigung über die Arbeitsbedingungen der nichtärztlichen Beschäftigten. Während die Gewerkschaft einen Tarifvertrag fordert, verweist die Klinikleitung auf das Angebot einer Betriebsvereinbarung.
"Wir haben vieles versucht, um die Geschäftsführung an den Verhandlungstisch zu bringen", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Friedrich Gottschewski. Vermittlungsversuche durch die Bürgermeister von Waren und Röbel hätten demnach ebenfalls keine Lösung gebracht.
Verdi kritisiert insbesondere, dass eine Betriebsvereinbarung keine verbindlichen Gehaltsregelungen festschreiben könne. Zudem verweist die Gewerkschaft darauf, dass für das ärztliche Personal bereits tarifliche Regelungen gelten.
Planbare Eingriffe werden verschoben
Nach Angaben der Klinikleitung ist die Notfallversorgung am Haus weiterhin gewährleistet. Der überwiegende Teil der Beschäftigten sichere die Betreuung der Patientinnen und Patienten.
Dennoch sind Auswirkungen auf den Klinikbetrieb zu erwarten. Planbare Behandlungen und nicht dringliche Eingriffe müssen nach Angaben des Unternehmens teilweise verschoben werden. Das Müritz-Klinikum verfügt am Standort Waren über rund 200 Betten. Zum Unternehmen gehören außerdem die Klinik für Psychiatrie in Röbel sowie Tageskliniken in Parchim und Neubrandenburg.
Erster unbefristeter Krankenhausstreik im Land
Nach Angaben von Verdi handelt es sich um den ersten unbefristeten Streik an einem Krankenhaus in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewerkschaft kündigte weitere Aktionen in den kommenden Tagen an, darunter Demonstrationen in Waren und Röbel.
Die Klinikleitung erklärte, sie wolle den direkten Dialog mit den Mitarbeitenden fortsetzen. Bilaterale Gespräche seien weiterhin möglich. Eine Annäherung in dem seit März andauernden Tarifkonflikt zeichnet sich derzeit jedoch nicht ab.