Eine aktuelle US-amerikanische Studie liefert Hinweise darauf, dass das Zertifizierungsprogramm "Pathway to Excellence" des American Nurses Credentialing Center (ANCC) mit positiven Effekten auf Arbeitsumgebung, Pflegequalität und Mitarbeiterbindung verbunden ist.
Das Forschungsteam aus Pflegewissenschaftlern und Pflegeführungspersonen veröffentlichte im August 2026 im internationalen Fachjournal "Nursing Management" eine systematische Übersichtsarbeit zu den Auswirkungen des "Pathway to Excellence"- Modells. Die Pflegewissenschaftler werteten quantitative Studien aus, die den Zusammenhang zwischen der Zertifizierung beziehungsweise der Umsetzung der zugrunde liegenden "Pathway Standards" und verschiedenen Ergebnisindikatoren untersuchten. Insgesamt erfüllten acht US-amerikanische Beobachtungsstudien die Einschlusskriterien.
Weniger Burn-out und geringere Wechselabsicht
Trotz unterschiedlicher Versorgungskontexte zeigte sich über alle untersuchten Studien hinweg ein bemerkenswert konsistentes Bild, schreibt das Forschungsteam. Einrichtungen mit einer "Pathway to Excellence"-Zertifizierung oder einer stärkeren Orientierung an den "Pathway Standards" verfügten über eine bessere Arbeitsumgebung für Beschäftigte in der Pflege. Gleichzeitig wurden geringere Burn-out-Raten und eine niedrigere Wechselabsicht unter Pflegefachpersonen beobachtet. Darüber hinaus fand das Forschungsteam Hinweise auf eine stärkere Umsetzung evidenzbasierter Pflege, eine höhere Patientenzufriedenheit sowie eine positivere Sicherheitskultur innerhalb der Organisationen.
Das Forschungsteam weist ausdrücklich darauf hin, dass die verfügbaren Studien überwiegend beobachtender Natur sind. Daher lasse sich nicht eindeutig belegen, dass die Zertifizierung selbst die beobachteten Verbesserungen unmittelbar verursacht. Dennoch bewertete das Forschungsteam die Konsistenz der Ergebnisse als "bemerkenswert".
Hinweise auf bessere Pflegequalität
In ihrem Fazit kommen die Autorinnen und Autoren zu dem Schluss, dass die vorhandene Evidenz die Zertifizierung im "Pathway to Excellence"-Programm als sinnvolle organisatorische Strategie zur Stärkung professioneller Pflegepraxisumgebungen und zur Weiterentwicklung der Versorgungsqualität unterstützt.
"Pathway to Excellence" geht ursprünglich auf die 2003 im US-Bundesstaat Texas gestartete Initiative "Texas Nurse Friendly" zurück. Nach der Übernahme durch das ANCC im Jahr 2007 entwickelte sich daraus ein nationales und später internationales Zertifizierungsprogramm. Heute basiert das Modell auf sechs zentralen Standards:
- gemeinsame Entscheidungsfindung,
- Führung,
- Sicherheit,
- Qualität,
- Wohlbefinden sowie
- berufliche Entwicklung.
Während "Pathway to Excellence" die Schaffung, Aufrechterhaltung und kontinuierliche Verbesserung des Arbeitsumfelds von Pflegepersonal fokussiert, hat das ebenfalls von der ANCC angebotene "Magnet Recognition Program" konkrete, überdurchschnittliche Qualitätsergebnisse zum Ziel, wie "Pathway to Excellence"- Programmdirektorin Christine Pabico im Interview verdeutlichte.
Das Spitalzentrum Oberwallis in der Schweiz ist derzeit das einzige Krankenhaus im deutschsprachigen Raum, das im "Pathway to Excellence"-Programm zertifiziert ist. Über die Vorteile dieser Zertifizierung bericht Adrienne Zenklusen, Leiterin der Pflegeentwicklung am Oberspitalzentrum. Sie sagt: "Unsere Kultur ist partizipativer, evidenzbasierter und transparenter geworden."
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