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Sexuelle Belästigung in der Pflege

Moll will Präventionsangebote ausbauen

Mit Prävention könne viel getan werden gegen sexuelle Belästigung in der Pflege. Das reiche aber noch nicht aus, sagte die Pflegebevollmächtigte.

Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Claudia Moll (SPD), will stärker gegen sexuelle Belästigung in der Pflege vorgehen und hat bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Das kündigte sie am Mittwoch im ARD-Mittagsmagazin an. Mehr Personal in Pflegeeinrichtungen sei u. a. deshalb nötig, um über Belästigung und Gewalt im Pflegeberuf zu sprechen und Fälle aufzudecken.

Supervision nutzen

Moll plädierte dafür, mehr Supervisionen in Anspruch zu nehmen. Das sei zwar kostenintensiv, lohne sich aber. Betroffene sollten zudem im Team und gegenüber Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber offen mit ihren Erfahrungen sexueller Belästigung im Beruf umgehen. Die Arbeitgebenden seien verpflichtet, sich um das Thema zu kümmern.

Eine in der Sendung zitierte Studie aus 2021 von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ergab, dass fast 70 % des befragten Pflegepersonals in stationären Einrichtungen binnen 12 Monaten mind. einmal mit verbaler sexueller Belästigung konfrontiert ist. Körperliche Übergriffe erlebt demnach rund die Hälfte.

Gewalt gegen Pflegende – Deeskalation lässt sich trainieren

Viele Pflegende erfahren Aggression und Gewalt in ihrem Berufsalltag. Im günstigsten Fall handelt es sich um verbale Beschimpfungen, im schlimmsten Fall wird es handgreiflich. Egal ob verbal oder nonverbal: Übergriffe und Belästigungen sind Arbeitsunfälle. Viele Opfer gehen jedoch verhalten mit dem Erlebten um. In der Titelstrecke der März-Ausgabe von Die Schwester | Der Pfleger sind alle Fakten zum Thema sowie Best-Practice-Beispiele zur Deeskalation von Gewalt zu finden.

Auf Anfrage des ARD-Mittagsmagazins teilte das Bundesgesundheitsministerium mit, Ziel sei

  • die Gewaltprävention in der Pflege zu optimieren
  • die Qualifizierung von beruflich Pflegenden (…) im Hinblick auf den Umgang mit herausforderndem Verhalten (…) zu befördern
  • Individuelle und universelle Präventionsmaßnahmen, Beratungs- und Supervisionsangebote (…) auszubauen.

Moll ergänzte in der Sendung:

"Mit Prävention ist schon viel getan. Das heißt nicht, dass es ausreicht."

Moll selbst habe als Pflegende sexuelle Übergriffe erlebt.

"Da ich die Erfahrungen selbst gemacht habe, weiß ich, was passieren kann. Das bespreche ich auch überall, wo ich bin, und bringe diese Dinge ans Licht."

Die Pflegebevollmächtigte arbeite bereits daran, die Bedingungen in Pflegeeinrichtung zu verbessern. Sie sei zuversichtlich und optimistisch, so Moll.

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