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Langzeitstudie des WIdO

Hohe Wiederaufnahmerate von COVID-19-Patienten

Mehr als ein Viertel der entlassenen COVID-19-Patienten musste nach dem stationären Aufenthalt erneut in die Klinik.

Mehr als ein Viertel der entlassenen COVID-19-Patientinnen und Patienten musste nach dem stationären Aufenthalt erneut in die Klinik. Auch die Sterblichkeitsrate ist Monate nach dem Klinikaufenthalt hoch. Das geht aus einer bundesweiten Langzeitstudie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf Basis der Abrechnungsdaten von AOK-Versicherten hervor. 

Insgesamt wurden die Daten von 8.679 AOK-Versicherten mit einem Durchschnittalter von 69 Jahren ausgewertet, die an einer SARS-CoV-2-Infektion erkrankt waren und zwischen dem 1. Februar und 30. April 2020 stationär behandelt wurden. 

Von 6.235 Überlebenden bedurften 27 % (1.668 Personen) innerhalb eines halben Jahres einer Wiedereinweisung - meist wegen Atemproblemen (36 %) oder neurologischen Störungen (29 %). 6 % sechs Prozent der entlassenen Patientinnen und Patienten starben in den ersten 6 Monaten nach dem Krankenhausaufenthalt, die Hälfte davon nach einer erneuten Krankenhauseinweisung. 

Dazu sagt der Leiter des Forschungsbereich Qualitäts- und Versorgungsforschung beim WIdO, Christian Günster:

"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei schweren Verläufen der Erkrankung eine engmaschige Nachsorge durch Haus- und Fachärzte erforderlich ist."

Sterblichkeitsrate von 30 Prozent nach sechs Monaten

Laut WIdO mache die Studie die Sterblichkeitsraten der stationär behandelten COVID-19-Erkrankten erstmals über einen längeren Zeitraum transparent. So starben von den 8.679 Erkrankten 24 % im ersten Monat nach der Aufnahme im Krankenhaus. 3 Monate nach Erstaufnahme lag der Anteil der Verstorbenen bereits bei 28 %, 6 Monate danach bei 30 %. Mehr als jede bzw. jeder zweite über 80-Jährige starb binnen 6 Monaten nach der stationären Behandlung.

Zu einer erhöhten Mortalität haben der Studie zufolge Blutgerinnungsstörungen, Lebererkrankungen oder ein Body-Mass-Index über 40 beigetragen.

Im Schnitt waren die Patientinnen und Patienten bei ihrem ersten Aufenthalt 16,5 Tage im Krankenhaus; 21 % mussten künstlich beatmet werden, davon 19 % invasiv und 2 % nicht-invasiv. Die Sterblichkeitsrate der beatmeten Patientinnen und Patienten lag bei 52 %, die der nicht beatmeten Patientinnen und Patienten betrug 24 %.

Häufige Komplikationen während des Krankenhausaufenthalts waren der septische Schock (16 %), aktues Lungenversagen (15 %) und akutes Nierenversagen (14 %).

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