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Klimawandel

Hitze gefährdet Patienten mit Demenz

Studie: Hitze erhöht Dehydratationsrisiko im Krankenhaus

An heißen Tagen steigt bei Krankenhauspatientinnen und -patienten das Risiko, während des Klinikaufenthalts einen Flüssigkeitsmangel zu entwickeln. Das geht aus einer neuen Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hervor, für die rund 41 Millionen Krankenhausaufenthalte analysiert wurden.

Demnach erhalten im Durchschnitt 37 von 1.000 Patientinnen und Patienten während ihres Aufenthalts erstmals die Diagnose Dehydratation, obwohl bei der Aufnahme kein Flüssigkeitsmangel festgestellt wurde. Ab Temperaturen von 30 Grad nimmt das Risiko deutlich zu. Fällt der gesamte Krankenhausaufenthalt in eine Hitzeperiode mit mindestens 30 Grad, kommen rechnerisch sechs zusätzliche Fälle pro 1.000 Patientinnen und Patienten hinzu. Das entspricht einem Anstieg um rund 17 Prozent.

Menschen mit Demenz besonders betroffen

Besonders ausgeprägt ist der Effekt demnach bei älteren Menschen. Die höchsten Risiken fanden die Forschenden bei Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren. Menschen mit Demenz sind laut Studie nochmals stärker gefährdet.

Liegt der gesamte Krankenhausaufenthalt in einer Hitzephase, erhalten bei Demenzpatientinnen und -patienten rund 28 zusätzliche Personen je 1.000 die Diagnose Flüssigkeitsmangel. Bei vergleichbaren Patientinnen und Patienten ohne Demenz sind es etwa zehn zusätzliche Fälle pro 1.000. Als mögliche Erklärung nennt das Autorenteam, dass Menschen mit Demenz häufiger auf Unterstützung bei der Flüssigkeitsaufnahme angewiesen sind.

"Krankenhäuser sollen Menschen schützen, auch wenn es draußen heiß ist. Unsere Daten zeigen, dass das bislang nicht vollständig gelingt, gerade bei denen, die am meisten auf Schutz angewiesen sind", sagt Gesundheitsökonom Robin Kottmann.

Auch akutes Nierenversagen tritt häufiger auf

Neben Dehydratation beobachteten die Forschenden bei Hitze auch mehr Fälle von akutem Nierenversagen. Unter vergleichbaren Bedingungen steigt die Zahl von 17 auf knapp 18 Fälle je 1.000 Patientinnen und Patienten. Da die Diagnose auf Laborwerten basiert und eng mit Flüssigkeitsmangel zusammenhängt, sieht das Autorenteam darin einen Hinweis auf tatsächliche gesundheitliche Folgen der Hitze.

Auch einzelne Hitzetage während eines Aufenthalts wirken sich aus: Bei einer Verweildauer von sieben Tagen erhöht jeder zusätzliche Tag mit hohen Temperaturen das Risiko für Flüssigkeitsmangel um rund 2,4 Prozent.

Kliniken offenbar nicht überall ausreichend vorbereitet

Nach Angaben der Forschenden schützen Krankenhäuser in besonders warmen Regionen ihre Patientinnen und Patienten nicht erkennbar besser als Einrichtungen in anderen Teilen Deutschlands. Lediglich in sehr großen Krankenhäusern mit mindestens 600 Betten fiel der beobachtete Effekt etwas geringer aus.

Vor dem Hintergrund zunehmender Hitzewellen sehen die Autoren Handlungsbedarf. Kühlere Räume, regelmäßige Kontrollen des Flüssigkeitshaushalts, feste Trinkroutinen sowie eine angepasste Personalplanung könnten dazu beitragen, hitzebedingte Gesundheitsrisiken während eines Krankenhausaufenthalts zu reduzieren.

Grundlage der Untersuchung sind Abrechnungsdaten von rund neun Millionen Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse aus den Jahren 2005 bis 2025. Die Daten wurden mit Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes verknüpft.

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