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Hitzeschutz

Hitze erhöht Dehydrierungsrisiko im Krankenhaus

Studie: Hitze gefährdet Patienten im Krankenhaus

Extreme Hitze erhöht das Risiko, dass Patientinnen und Patienten während eines Krankenhausaufenthalts dehydrieren. Das geht aus einer Studie des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung hervor, die Daten von 41,3 Millionen Krankenhausaufnahmen in Deutschland ausgewertet hat.

Die Forschenden untersuchten ausschließlich Fälle, in denen bei der Aufnahme keine Dehydrierung dokumentiert war. Im Vergleich zu Krankenhausaufenthalten bei Temperaturen von 15 bis 20 Grad Celsius stieg die Wahrscheinlichkeit einer im Krankenhaus erworbenen Dehydrierung bei Temperaturen über 30 Grad um 0,63 Prozentpunkte. Das entspricht einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber der Basisinzidenz von 3,7 Prozent.

Ältere und Menschen mit Demenz besonders betroffen

Besonders ausgeprägt waren die Effekte bei älteren Patientinnen und Patienten sowie bei Menschen mit Demenz. Für diese Gruppen ermittelten die Forschenden ein höheres Risiko für Dehydrierungen während des Krankenhausaufenthalts. Bei ihnen fiel der Zusammenhang zwischen Hitze und im Krankenhaus erworbener Dehydrierung deutlich stärker aus als bei jüngeren beziehungsweise nicht an Demenz erkrankten Personen.

Die Analyse basiert auf Abrechnungsdaten einer großen gesetzlichen Krankenkasse aus den Jahren 2005 bis 2025. Insgesamt wurden Krankenhausaufenthalte in 2.108 Kliniken untersucht.

Auch Risiko für akutes Nierenversagen steigt

Neben Dehydrierungen nahmen die Forschenden auch akute Nierenversagen in den Blick. Bei Krankenhausaufenthalten mit Temperaturen über 30 Grad war das Risiko eines akuten Nierenversagens um 0,08 Prozentpunkte beziehungsweise 4,7 Prozent höher als bei Temperaturen von 15 bis 20 Grad. Die Basisinzidenz betrug 1,7 Prozent.

Akutes Nierenversagen gilt als objektiv messbare und mit Dehydrierung zusammenhängende gesundheitliche Komplikation und wurde deshalb als ergänzender Indikator untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass hohe Temperaturen nicht nur mit einem erhöhten Risiko für Dehydrierungen, sondern auch für schwerwiegendere gesundheitliche Folgen verbunden sind.

Forschende sehen Anpassungsbedarf in Kliniken

Nach Einschätzung des Autorenteams zeigen die Ergebnisse, dass Krankenhäuser Patientinnen und Patienten während extremer Hitze nicht vollständig vor gesundheitlichen Risiken schützen können. Hitzewellen erhöhten demnach nicht nur die Nachfrage nach medizinischer Versorgung, sondern könnten auch die Patientensicherheit innerhalb von Kliniken beeinträchtigen.

Die Forschenden verweisen auf mögliche Anpassungsmaßnahmen wie verbesserte Kühlung, strukturierte Trink- und Hydrationskonzepte, engmaschigeres Monitoring sowie angepasste Personalkonzepte für besonders gefährdete Patientengruppen.

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