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Internationaler Tag der Pflegenden

Grundlegende Weichenstellungen notwendig

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden haben Pflegeverbände, Kliniken und Politik die Bedeutung der Profession Pflege betont.
Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden haben Pflegeverbände, Kliniken und Politik die Bedeutung der Profession Pflege betont.

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden an diesem Dienstag haben nicht nur zahlreiche Pflegeverbände und -organisationen die Bedeutung der Profession Pflege für die Gesellschaft hervorgehoben und Verbesserungen angemahnt, sondern auch Krankenhäuser und Politiker.

"Pflege ist systemrelevant – nicht nur in Corona-Zeiten" lautet eine gemeinsame Stellungnahme des Netzwerks Pflegeforschung im Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands (VPU). Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sowie die European Academy of Nursing Science (EANS) haben die Forderungen darin mitverfasst. Der Deutsche Pflegerat (DPR), die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft, die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz sowie die Pflegekammer Niedersachsen unterstützen die Stellungnahme, die eine wesentliche Änderung in der öffentlichen Wahrnehmung des Pflegeberufs fordert.

"Es ist äußerst wichtig, in die derzeit bundesweit und öffentlich stattfindende Diskussion rund um die Pflege in Deutschland, neben all den subjektiven Eindrücken die notwendige Professionalität einzubringen, um so diesem gesamten Themenkomplex adäquat zu begegnen", sagte VPU-Vorstandsvorsitzender Torsten Rantzsch gegenüber BibliomedPflege.

Stärkere Investitionen in Akademisierung der Pflege und Pflegewissenschaft gefordert

Deutschland müsse es zeitnah gelingen, dem Pflegeberuf und dazugehörig auch der Pflegewissenschaft ein weitaus größeres Maß an Bedeutung zukommen zu lassen. Die gemeinsame Stellungnahme zeige hierzu klare Forderungen seitens der unterzeichnenden Institutionen auf.

Neben der Attraktivitätssteigerung des Berufs der Pflegenden werden gleichzeitig die dringend notwendige, wachsende Akademisierung der Pflege sowie eine deutliche Stärkung der Pflegewissenschaft gefordert.

"Die Corona-Pandemie führt es uns wiederholt vor Augen: Im internationalen Vergleich ist sowohl die hochschulisch qualifizierte Pflege der direkten Patientenversorgung als auch die forschende und lehrende Pflegewissenschaft in deutschen universitären Einrichtungen stark unterrepräsentiert", ergänzte der Sprecher des Netzwerks Pflegeforschung im VPU, Andreas Kocks.

DPR-Präsident Franz Wagner betonte außerdem: "Im Rahmen der Corona-Krise wurde der Pflegeberuf als systemrelevant anerkannt. Denn nie zuvor wurde die Bedeutung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der professionellen Pflege deutlicher, als dies jetzt in der Bewältigung der Corona-Pandemie ist." Das müsse entsprechende Konsequenzen haben. So müssten sich u. a. die Bezahlung der Pflegefachpersonen und die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit verbessern. Ihre Kompetenzen müssten für das gesamte Gesundheits- und Pflegesystem genutzt werden, so Wagner. Benötigt werde auch eine neue Aufgabenverteilung der Gesundheitsberufe.

Der DBfK hat mit dem Aktionstag die Kampagne #PflegeNachCorona gestartet und fordert damit Entscheider aller Ebenen auf, Worten Taten folgen zu lassen.

Auf der Plattform www.pflegenachcorona.de können beruflich Pflegende Forderungen an Politik und Gesellschaft u. a. zu den Themen Mitsprache, Bezahlung, Arbeitsbedingungen, Bildung und Gesundheit formulieren. Aktionen in den kommenden Wochen sollen den gesammelten Forderungen bis zu einer Abschlusskundgebung im November 2020 Nachdruck verleihen.

Adressaten werden u. a. die Gesundheitsministerien auf Landes- und Bundesebene, Bundeskanzlerin und Bundespräsident sein.

DBfK: Corona ist eine Chance für längst überfällige Veränderungen

"Noch heute leiden unsere Kolleginnen und Kollegen unter einem historisch geprägten Bild der Pflegeberufe, das nicht mehr haltbar ist und die Zukunft der professionellen Pflege gefährdet. Eine zeitgemäße Neubewertung des Berufs muss dem gesellschaftlichen und fachlichen Anspruch an beruflich Pflegende Rechnung tragen. Die Pflege nach Corona ist eine Chance für längst überfällige Veränderungen", sagte DBfK-Präsidentin Christel Bienstein über die Kampagne.

"Die aktuelle Krise kann eine Chance sein, die Personalausstattung in der Altenpflege endlich auf eine neue, auskömmliche und zukunftssichere Grundlage zu stellen und die Anstrengungen während der Corona-Krise nachhaltig zu nutzen", betonte ebenso der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), Bodo de Vries.

Auch eine gerechtere Finanzierung der Pflege und die Unterstützung der Pflegeschulen und Träger in der Umsetzung der generalistischen Ausbildung müssten im Fokus von Bund und Ländern bleiben. Nach der Krise könne niemand zum Status quo von Januar 2020 zurückkehren. Es dürfe nicht bei öffentlichen Statements bleiben, sondern es müsse sich nachhaltig etwas tun bei der Anerkennung der Pflegeberufe – gesellschaftlich wie monetär.

Unter dem Motto "Wir leben Pflege" hat der DEVAP ein Musikvideo von Pflegenden für Pflegende veröffentlicht.

 

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, betonte: "Die Pflege im Krankenhaus braucht grundlegend neue Rahmenbedingungen, um den Rückenwind aus der aktuellen Lage nachhaltig nutzen zu können. Die Wertschätzung für die Beschäftigten im Krankenhaus und dabei auch für die größte Berufsgruppe, die Pflegekräfte, gibt uns die Chance, die Attraktivität der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen weiter zu steigern. Wir müssen diese Chance nutzen. Der Tag der Pflege sollte der Auftakt sein, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen.“ Hier seien Arbeitgeber und Politik gleichermaßen in der Pflicht.

In einer Videobotschaft fand auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier deutliche Worte für Pflegende: "Sie leisten Enormes für unser Land." Pflegende, Ärzteschaft und die Angehörigen sähen "großes Leid" und gingen für die Betreuung der Menschen oft bis an die eigenen Grenzen und darüber hinaus: "Sie leben vor, was Solidarität heißt."

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