Der Sachverständigenrat der Bundesregierung rät zu einem engen Monitoring von Personalressourcen in der Pflege, um künftig Engpässe früher zu identifizieren und zu adressieren. Das geht aus dem aktuellen "Gutachten zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen und in der Pflege" hervor, das seit Mittwoch der Bundesregierung als Unterrichtung vorliegt.
Die Sachverständigen stellen fest, dass angesichts der sich verschärfenden Fachkräftesituation viele Gesundheitssysteme weltweit, zum Beispiel in den Niederlanden, auf eine nationale strategische Planung von Personalressourcen (Gesundheitspersonalplanung GPP) setzen.
Unabhängige Planung fehlt
Deutschland nutze bislang aber keine umfassende GPP. In der Pflege gebe es große Informations- und Planungsdefizite, heißt es im Bericht. So stehe keine umfassende bundesweite Bedarfserfassung im Bereich der Langzeitpflege zur Verfügung. Insgesamt fehle eine unabhängige Planung, die alle relevanten Berufsgruppen einbeziehe.
Voraussetzung für eine treffsichere GPP sei eine belastbare Datengrundlage. Die Daten über den Personalbestand im deutschen Gesundheitssystem lägen derzeit nur unvollständig, unpräzise und fragmentiert vor. In einigen Bereichen seien sie gar nicht existent. Um die Datengrundlage zu verbessern, seien die Akteure im Gesundheitssystem zur regelmäßigen und einheitlichen Meldung relevanter Daten zu verpflichten.