Antibiotikaresistenzen bei Escherichia coli (E. coli) nehmen in Deutschland weiter zu. Das geht aus aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) und Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS) für das Jahr 2025 hervor.
Gleichzeitig bleibt der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert. Damit bewegt sich die Entwicklung derzeit nicht in Richtung des Ziels der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2030), den Antibiotikaverbrauch in Deutschland bis 2030 deutlich zu senken.
Verbrauch in Krankenhäusern stagniert
Für die aktuellen Auswertungen übermittelten 593 Krankenhäuser Daten zum Antibiotikaverbrauch. Nach Einschätzung des RKI sind weitere Anstrengungen beim sogenannten Antibiotic Stewardship notwendig. Das Konzept soll den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika fördern und so die Entstehung von Resistenzen begrenzen.
Wie weit Deutschland beim Erreichen der nationalen Reduktionsziele tatsächlich ist, lässt sich laut RKI derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Die ambulanten Verbrauchsdaten für 2025 sollen gemeinsam mit den stationären Zahlen während der "World Antimicrobial Awareness Week" im November veröffentlicht werden.
Antibiotikaresistenzen bei E. coli steigen weiter
Bei den Resistenzdaten weisen erste Auswertungen darauf hin, dass insbesondere Resistenzen von E. coli gegen Cephalosporine der dritten Generation weiter zunehmen. Diese Wirkstoffgruppe gehört zu den häufig eingesetzten Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen.
Nimmt die Wirksamkeit dieser Antibiotika ab, werden die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Weitere Auswertungen zu den nationalen Resistenzzielen will das RKI ebenfalls im November veröffentlichen.
Herausforderung für Patientensicherheit und Pflege
Antibiotikaresistenzen zählen zu den größten Herausforderungen für die moderne Medizin. Nach Angaben des RKI verursachen resistente Erreger in Europa jährlich schätzungsweise 35.000 Todesfälle.
Für Krankenhäuser bedeutet das wachsende Anforderungen an Infektionsprävention und Patientensicherheit. Neben konsequenten Hygiene- und Isolationsmaßnahmen soll ein gezielter Einsatz von Antibiotika helfen, die Entstehung weiterer Resistenzen einzudämmen. Dabei kommen auch Maßnahmen des Antibiotic Stewardship eine wichtige Rolle zu.