Ernährungsmedizin spielt in vielen Kliniken kaum eine Rolle. Vielmehr sei Mangelernährung an der Tagesordnung, insbesondere Krebspatienten seien häufig davon betroffen. Rund ein Viertel dieser Patienten sterbe jedes Jahr an einem unzureichenden Ernährungsstatus und einer schlechten Versorgung. Darauf verwies der Verband der Diätassistenten - Deutscher Bundesverband (VDD) in der vergangenen Woche. Vielfach fehlten Ernährungsscreenings. Außerdem gebe es große Defizite in der interdisziplinären Zusammenarbeit in Kliniken und an den Schnittstellen von Pflege, Ärzteschaft, Ernährungstherapie, Küche und Apotheke.
Anlass der wiederholten Kritik des Verbands ist ein Bericht des Wirtschaftsmagazins Plusminus. Darin hieß es, es fehle an Arbeitshilfen zur Bewertung und Einschätzung von Mangelernährung. Reibungsverluste müssten vermieden, die Verständigung an den Schnittstellen optimiert werden. Fachwissen müsse ausgebaut und mehr Personal eingestellt werden. Für die Patienten seien die Folgen fatal. Doch Ärzte, Klinikleitungen und Politiker schauten weg.
Dabei belegten Studien, wie positiv sich eine fachgerechte Ernährungstherapie auswirke, betonte der VDD. Dort, wo Ernährungsmedizin zu der Therapie gehöre und Diätassistenten beteiligt seien, verringerten sich Liegezeiten; Prognose und Lebensqualität der Patienten verbesserten sich.