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Trotz Finanzspritze: Zahl der Pflegenden am wenigsten verändert

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Die Zahl der Vollkräfte im ärztlichen Dienst hat 2016 stärker zugenommen als im Pflegedienst. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der ärztliche Dienst um 3.600 Vollkräfte oder 2,3 Prozent, der Pflegedienst um 4.300 Vollkräfte oder 1,3 Prozent. Das gab das Statistische Bundesamt am Montag bekannt. Dabei sollte die seit 2016 geltende Krankenhausstrukturreform vor allem die Pflege am Krankenbett stärken. 

Es sei nicht nachvollziehbar, dass sich gerade die Zahl der Pflegenden am wenigsten verändert habe, kritisierte der GKV-Spitzenverband. Im vergangenen Jahr seien die Krankenhäuser mit 73 Milliarden Euro der mit Abstand größte Empfänger von Beitragsgeldern der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen, sagte Verbandssprecher Florian Lanz. Nötig sei mehr Pflege am Bett. Die Beitragszahler könnten erwarten, "dass die Klinikleitungen hier für das viele Geld mehr leisten". 

Auch die Stiftung Patientenschutz sieht kein Grund zum Jubeln in den 4.300 zusätzlichen Pflegekräften. Im Schnitt seien das gerade mal zwei Pflegende mehr pro Klinik. Der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, nannte die Zahlen alarmierend. Denn in den Kliniken würden zunehmend alte, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen versorgt, die besonders intensive Pflege benötigten. Klar sei: Pflege koste Geld, medizinische Behandlung bringe Geld. Entsprechend habe in den vergangenen 20 Jahren die Zahl der Ärzte deutlich zugenommen, während die Zahl der Pflegenden zurückgefahren worden sei. 

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) verwies indes auf steigende Behandlungs- und Personalkosten. Die fast 300.000 zusätzlichen Fälle (plus 1,4 Prozent mehr als 2015) verursachen Kosten von etwa einer Milliarde Euro. Damit sei der Erlöszuwachs von rund 2,9 Milliarden Euro in 2016 schon zu einem Drittel aufgebraucht. Das zusätzliche Personal koste rund 1,2 Milliarden Euro. Für die Tarifsteigerungen für das Bestandspersonal bleibe dann wenig übrig. Außerdem mache es der steigende stationäre Behandlungsbedarf erforderlich, die Frage der Standorte und Kapazitäten von Krankenhäusern "klug und behutsam" zu diskutieren. Die Krankenkassenlogik des Streichens und Kürzens um jeden Preis sei daher "eine wenig verantwortungsvolle Vorgehensweise in einem Kern der sozialen Daseinsvorsorge".

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