• Pflegeimpuls
Schicht statt Sekt: Silvester in der Pflege

31 Impulse für den Jahreswechsel in der Pflege

31 Ideen für Silvester im Pflegedienst: Von kleinen Teamritualen über Patientenimpulse bis zu praktischen Tipps für ruhige und trubelige Schichten – so gelingt der Jahreswechsel auf Station.

Silvester im Dienst ist selten feierlich – aber es lässt sich schön gestalten. 31 praktische Impulse für ruhige wie trubelige Schichten, allein oder im Team. Mit kleinen Ideen fürs Kollegium, Patienten und den besonderen Moment um Mitternacht.

 

Es wird gefeiert, geschlemmt, getanzt – und zur Mitternachtsstunde ordentlich angestoßen. Am 31. Dezember ist in den Wohnzimmern und Partykellern des Landes einiges los. In Kliniken läuft die Versorgung unterdessen weiter. Manche Pflegekräfte suchen es sich freiwillig aus, in der Silvesternacht zu arbeiten – oft im Austausch dafür, Weihnachten, oder zumindest Heiligabend, bei ihren Familien sein zu können. Andere werden regulär für die Schicht eingeteilt. Für sie heißt es zum Jahreswechsel: Patientenversorgung statt Partyprogramm, Klingel bedienen statt Korken knallen lassen, Rundgang statt Raclette.

Wie der Silvesterdienst verläuft, hängt natürlich stark von der Klinik oder dem Bereich ab. Mancherorts verdichtet sich die Arbeit – besonders dann, wenn zusätzlich zu den üblichen Aufgaben mehr akute Aufnahmen und Verletzungen versorgt werden müssen. In anderen Bereichen bleibt es bei Routine und Nachtdiensttempo, kann dem Gedanken des Jahreswechsels Raum gegeben werden.

Silvester auf Station: Wenn es ruhig bleibt

Eine ruhige Nacht? Allein oder zu zweit auf Station? Wie wäre es, endlich Dinge zu tun, die man immer "mal machen müsste":

  • Den Stationsschrank aufräumen – das Chaos hat doch wirklich das ganze Team über Monate genervt. Ja sicher, jemand anderes hätte es bereits erledigen können. Aber jetzt wird es einfach gemacht. Aufgeräumt startet es sich besser ins Neue Jahr.
  • Oder wie wäre es, die eine Sache in Ordnung bringen, die immer wieder Zeit frisst? Etwa ein für allemal die verknoteten Ladekabel zu entwirren oder einen neuen Ort für das Druckerpapier zu finden? Einmal gemacht – im nächsten Jahr Zeit gespart.

Ein bewusster Jahreswechsel ist möglich

Auch auf Station lässt sich der Jahreswechsel – wenn es ruhig bleibt – bewusst einläuten:

  • Neujahrskarten schreiben – vor allem an diejenigen, die schon keine Weihnachtskarte bekommen haben. Am 2. Januar abgeschickt, kommen sie noch in der ersten Woche des Jahres an – und erfreuen die Adressaten.
  • Über den Urlaub im kommenden Jahr nachdenken. Sind Kolleginnen und Kollegen im Dienst? Dann gegenseitig Fotos von vergangenen Reisen zeigen, Tipps austauschen, ein bisschen voraus träumen.
  • Auch mit Kolleginnen und Kollegen: Sich fragen, was einen auf der Station am meisten ärgert. Und was gemeinsam getan werden kann, damit sich die Situation – im kommenden Jahr – ändert. Aufschreiben, einen Plan skizzieren.
  • Allein auf Station? Dann einmal kurz im Haus "andocken": In der Nachbarstation oder an der Pforte anklingeln: "Wie geht es so bei euch?" – Das reicht oft schon gegen ein kurzes Gefühl der Einsamkeit.
  • Noch vor Dienstantritt vereinbaren: sich um 24 Uhr vom Liebsten, der Mama, dem Papa, der Schwester anrufen lassen.
  • Oma anrufen (oder die eine andere Person, zu der man viel zu wenig Kontakt hatte im ausgehenden Jahr)
  • Man war so tapfer, sich für Silvester einzutragen. Und ist nun doch traurig, weil die Liebsten ohne einen feiern? Es ist in Ordnung, diesen Gefühlen nachzugeben und mal kurz zu weinen. Man sieht sie bald wieder – und kann nachfeiern.

So viel Partygefühl darf sein

  • Wer will, kann ein Silvesterbuffet im Miniformat aufbauen: etwas Chips, Salzstangen, Süßigkeiten. Aber bitte keinen Orgastress verursachen – und keinen zusätzlichen Abwasch.
  • Luftschlangen auswerfen, zumindest (auch aus Hygienegründen) im Stationszimmer, einfach fürs Silvestergefühl.
  • Mit der Rohrpost Konfetti an eine andere Abteilung verschicken (falls im Haus erlaubt)
  • Sich das mit dem Konfetti verkneifen (wer will schon mit verärgerten Kolleginnen und Kollegen ins Neue Jahr starten), dafür aber Löcher in zwei oder drei Post-its stanzen, die durchlöcherten Zettel rübersenden mit der Notiz: "Wollten Euch erst das Konfetti schicken – aber dafür haben Euch zu gern. Guten Jahreswechsel aus Station 7!"
  • Im Kleinen schlemmen, aber so richtig schön unvernünftig. Mit dem Esslöffel durch das neu geöffnete (unbedingt auch den Plopp genießen!) Nutella-Glas ziehen. Heute darf es sein.
  • Käsekräcker aus der Heißluftfritteuse. Zuhause vorbereitet (geht auch in der Pfanne, einfach auf geringer Hitze Parmesan schmelzen und trocknen lassen), ordentlich verpackt mitgebracht auf Station, genussvoll geknabbert – wer braucht da noch Raclette?
  • Quiz vorbereiten mit Fragen zum ausgehenden Jahr: Wer verliert, muss rüber in die andere Abteilung und das verstreute Konfetti (siehe oben) aufkehren (wahlweise auch: den Stationsschrank aufräumen oder das Druckerpapier auffüllen).
  • Auch schön: die Panne des Jahres rekapitulieren. Was lief so richtig schief?
  • Die Mini-Silvester-Oscars vergeben: Wer lieferte die beste Impro-Lösung im vergangenen Jahr? Wer war richtig smart? Der bekommt – statt Oscar-Statue – den letzten vom Fest übrig gebliebenen Schoko-Weihnachtsmann.
  • Da gibt es diese eine Kollegin, die sich in das Lesen von Tarotkarten eingearbeitet hat und ihr Können das ganze Jahr über an den Kollegen ausprobieren wollte (und alle haben müde abgewunken)? Jetzt darf sie loslegen! (Wenn sie noch will.)
  • Keinen Tarotkundigen im Team? Dann alternativ: aus Kaffeesatz lesen. (Denn: Bleigießen ist längst verboten, und die im Hausgebrauch gern genommene Alternative – mit Kerzenwachs tröpfeln – wird der Brandschutzbeauftragte des Hauses nicht gern sehen.)
  • Ein Teamfoto machen. Damit es noch zwei, drei Jahre später heißt: Wisst Ihr noch, damals das Silvester, an dem…?
  • Grundsätzlich: die Erwartung klein halten und den Moment nehmen, wie er ist. Silvester im Dienst wird nicht wie zuhause oder unter Freunden, aber kann dennoch ein guter Jahreswechsel sein.

Patienten einbeziehen

Es kann auch etwas ganz Besonderes sein, den Jahreswechsel auf Station zu verbringen. Feiertage geben Gelegenheit, mit Patientinnen und Patienten einmal "ins Gespräch zu treten", sagt Leonie von Aschwege, Pflegekraft in der Onkologie am LMU Klinikum München. Viele Patientinnen und Patienten würden über die Feiertage entlassen, sodass mehr Zeit bleibe für diejenigen, die noch da sind, sagt sie. Auch eine Altenpflegerin schwärmt in einem Instagram-Kommentar von Silvesternächten in der Pflege: "Ein Lächeln, ein Handstreichen – das gibt so viel wieder!" Silvesterschicht im Seniorenheim? Nach 36 Jahren im Dienst mache sie das "immer noch gerne".

So kann es gehen:

  • Einen bewussten Rundgang durch die Zimmer machen, vorsichtig mit Patientinnen und Patienten das Gespräch suchen: Was war bislang das schönste Silvester? Welche Erinnerung möchten die Patientinnen und Patienten vielleicht teilen? Was wünschen sie sich fürs Neue Jahr?
  • Patientinnen und Patienten auf Unruhe vorbereiten, es auch einmal konkret aussprechen: "Heute könnte es zu Ausnahmelärm kommen." Und zugleich beruhigen: "Der findet nur draußen statt, hier drinnen passen wir gut auf Sie auf."
  • Silvester-Unruhe von vornherein etwas dämpfen: die Fenster schließen, Rollos so einstellen, dass Feuerwerksblitze weniger hinein flackern können, grelles Licht vermeiden.
  • Wenn ein Patient sichtbar schwer mit der besonderen Nacht zurechtkommt: kurz da sein, zuhören, Sicherheit vermitteln.

…und sonst:

  • An Silvester-Rituale ist nicht zu denken, zu stressig sind die Stunden? Dann wenigstens am Stützpunkt kurz zusammenkommen für einen Mini-Countdown um Mitternacht. Zehn Sekunden leise runter zählen – klein, unaufgeregt, im Team. Und weiter geht’s.
  • Ausgerechnet rund um Mitternacht ist es am trubeligsten? Die Versorgung geht vor. Dafür etwas später gedanklich die Uhr zurückdrehen, sich sagen: Jetzt ist Mitternacht. Countdown zählen, anstoßen. Zeit ist das, was wir daraus machen.
  • Dieser Impuls geht an die Direktionen oder Teamleitungen: warum nicht Überraschungsbesuche auf den einzelnen Stationen einplanen und kleine Goodie-Bags verteilen? Die Agaplesion Kliniken in Frankfurt zum Beispiel haben Silvester zuletzt zum Anlass genommen, alkoholfreien Sekt, Orangensaft, Knabbereien unter den diensthabenden Beschäftigten zu verteilen – echter Glücksklee mit Schornsteinfeger inklusive.
  • Genauso schön: im Asialaden Glückskekse, im Kiosk Rubbellose besorgen – und im Team verteilen (und bei den Losen vorher vereinbaren: Wenn einer den großen Gewinn einfahren sollte, wird im Team geteilt)
  • Und schließlich: Tatsächlich einen Glücksklee im Töpfchen geschenkt bekommen? Dann bitte nicht nach drei Tagen vertrocknet wegwerfen. Wer kann, mag die Pflanze vielleicht indoor ein bisschen pflegen und dann im Frühling in ein Beet pflanzen oder im Topf auf den Balkon (heller Standort!) stellen. Hier kann sie sich weiter entwickeln und wachsen. Denn die nächsten Jahre – kommen bestimmt.

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