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Prozess gegen Niels Högel

Ehemaliger Krankenpfleger gesteht 100 Patientenmorde

Der neue Prozess gegen den bereits verurteilten ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel hat am Dienstag in Oldenburg mit einem Geständnis begonnen. Die Vorwürfe, 100 Patienten ermordet zu haben, träfen "weitgehend zu", zitieren mehrere Medien den 41-Jährigen. Damit ist der Fall Högel vermutlich die größte Mordserie der bundesdeutschen Kriminalgeschichte.

Er habe aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch gehandelt, sagte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann in der Anklageverlesung. Die Staatsanwaltschaft benannte 23 Zeugen und 11 toxikologische und rechtsmedizinische Sachverständige.

Schweigeminute für die Opfer

Zu Beginn des Prozesses hatte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann um eine Schweigeminute für die Toten gebeten. Er wandte sich direkt an die Hinterbliebenen. Es müsse ein "furchtbares Gefühl" sein, Jahre nach dem Tod eines geliebten Menschen zu erfahren, dass womöglich die Todesumstände andere gewesen seien.

"Wir haben vier Jahre für diesen Prozess gekämpft und erwarten, dass Högel wegen weiterer 100 Morde verurteilt wird", sagte der Sprecher der Angehörigen, Christian Marbach. "Das Ziel ist, dass H. so lange wie möglich in Haft bleibt."

Wegen der vielen Nebenkläger und des großen Medienandrangs hat das Gericht die Verhandlung in die Oldenburger Weser-Ems-Hallen verlegt. 80 Medienvertreter waren zugegen, viele der über 120 Nebenkläger blieben allerdings dem Prozess fern.

Högel soll Patienten nicht verordnete Medikamente gespritzt haben, die tödliche Komplikationen verursachten. Anschließend versuchte er, seine Opfer wiederzubeleben – was in vielen Fällen misslang. Das Motiv: Langeweile und Geltungssucht vor den Kollegen.

Obwohl Kollegen früh Verdacht schöpften, schwiegen sie meist. Der Pfleger wurde erst gestoppt, nachdem er 2005 auf frischer Tat ertappt wurde. 

Högel wurde bereits 2015 wegen des Todes von 6 Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation zur Höchststrafe verurteilt. Der Richterspruch lautete auf lebenslange Haft und besondere Schwere der Schuld.

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