• 25.11.2022
  • Praxis
Erfahrungen eines Influencers

"Social Media sind Fluch und Segen zugleich"

Die Schwester Der Pfleger

Ausgabe 12/2022

Seite 10

Mit fast 400.000 Followern bei TikTok ist Jim Ayag, Altenpfleger aus dem nieder­rheinischen Moers, der reichweitenstärkste Pflege-Influencer in Deutschland. Wir sprachen mit ihm über sein Erfolgsrezept und seine – nicht nur positiven – Erfahrungen.

Jim, laut deinem TikTok-Profil bist du „Altenpfleger aus Überzeugung“. Was genau schätzt du an deinem Beruf?

Mich fasziniert der Umgang mit älteren, kog-nitiv veränderten Menschen. Demenz beeinträchtigt zwar ihre Fähigkeit zur Interaktion und Kommunikation, aber die emotionale Wahrnehmung bleibt erhalten. Über eine professionelle Beziehungsgestaltung lässt sich daher erreichen, dass sich die Menschen verstanden und wohlfühlen. Genau das finde ich spannend und deswegen arbeite ich so gern in diesem Beruf.

Wie kamst du zur Pflege?

In meiner Familie sind fast alle in der Pflege tätig: Meine Eltern sind Altenpflegerin und Altenpfleger, meine Schwester ist Krankenpflegehelferin, mein Bruder ist ebenfalls Altenpfleger. Dennoch kam der Beruf für mich lange nicht in Betracht. Ich hatte aber ehrlich gesagt auch sonst keinen Plan. Ich begann eine Ausbildung zum Frisör und brach sie wieder ab, danach fehlte mir jahrelang eine berufliche Perspektive. Über eine Freundin absolvierte ich schließlich ein Praktikum im sozialen Dienst eines Pflegeheims und durchlief die Qualifizierung zum Alltagsbegleiter. Da merkte ich sofort, dass die Altenpflege genau mein Ding ist. In der Ausbildung hatte ich ja auch Einsätze im Krankenhaus und in der ambulanten Pflege – und nirgendwo habe ich mich wohlgefühlt, nur im Seniorenstift. Ich bin wirklich Altenpfleger durch und durch.

Und sehr erfolgreicher Influencer! Seit wann bist du in den sozialen Netzwerken aktiv?Ich bin TikToker der ersten Stunde – seit 2017. Ich war damals noch in der Ausbildung und postete erst mal nur normale Videos, die nichts mit dem Thema Pflege zu tun hatten. Irgendwann habe ich dann damit begonnen, von meiner Ausbildung zu berichten. Das wurde dann schnell zum Selbstläufer.

[...]

Hinweis: Der Interviewpartner und Interviewer haben sich zu Beginn des Gesprächs auf das Duzen verständigt, da beide durch Zufall die gleiche Heimatstadt verbindet. Der Interviewer war zudem vor etwa 20 Jahren in derselben Pflegeeinrichtung tätig wie der Interviewpartner heute.

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