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Neue Podcastfolge

Psychosomatische Pflege sucht ihr eigenes Profil

Welche Aufgaben Pflegefachpersonen in psychosomatischen Einrichtungen übernehmen und worin sich ihre Arbeit von der psychiatrischen Pflege unterscheidet, betrachtet die aktuelle Folge des Podcasts Die Schwester | Der Pfleger.

Wenn von psychischen Erkrankungen die Rede ist, steht meist die Psychiatrie im Fokus. Weniger bekannt ist, dass sich die psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Deutschland längst als eigenständiges Fachgebiet etabliert hat. Parallel dazu entwickelt auch die Pflege in diesem Bereich ein eigenes professionelles Selbstverständnis.

Welche Aufgaben Pflegefachpersonen in psychosomatischen Einrichtungen übernehmen und worin sich ihre Arbeit von der psychiatrischen Pflege unterscheidet, betrachtet die neue Folge des Podcasts Die Schwester | Der Pfleger.

"Psychosomatische Pflege braucht eine eigene Stimme"

"Wir haben festgestellt, dass psychosomatische Pflege einfach eine eigene Stimme braucht", sagt Yvonne Ortmeier, Vorsitzende des Verbands Psychosomatisch Pflegender in Deutschland. Ziel sei es, das Handlungsfeld sichtbarer zu machen, fachlich weiterzuentwickeln und Pflegende bundesweit stärker zu vernetzen. Langfristig wünscht sich der Verband unter anderem eine etablierte Fachweiterbildung, einheitliche Qualitätsstandards und eine stärkere wissenschaftliche Fundierung.

Wie psychosomatische Pflege konkret aussieht, zeigt die Arbeit in der psychosomatischen Tagesklinik der LVR-Universitätsklinik Essen. Dort begleiten Pflegefachpersonen Menschen mit Traumafolgestörungen sowie schweren Stress- und Belastungsreaktionen durch den gesamten Behandlungstag. Grundlage der Arbeit sei das biopsychosoziale Modell, erklärt die stellvertretende Stationsleitung Rika Ogata. Dabei würden körperliche, psychische und soziale Faktoren gleichermaßen berücksichtigt.

"Wir sind bei Krisen immer vor Ort"

Die Pflege übernimmt in diesem Setting eine besondere Rolle. Fachpersonen führen Gespräche, moderieren Gruppenangebote, begleiten Krisensituationen und werden häufig zu wichtigen Vertrauenspersonen der Patientinnen und Patienten. "Wir sind bei Krisen immer vor Ort", sagt Pflegefachexperte Steve Egler. Gerade die kontinuierliche Präsenz unterscheide die Pflege von anderen Berufsgruppen im multiprofessionellen Team.

Für Egler liegt darin die besondere Stärke psychosomatischer Pflege: Sie verbinde therapeutische Unterstützung, Beziehungsarbeit, Beratung und Krisenbewältigung. Gleichzeitig befinde sich das Fachgebiet noch auf dem Weg zu einem klar definierten professionellen Profil.

Die Podcast-Folge ist auf dem Portal BibliomedPflege sowie auf den gängigen Podcastplattformen abrufbar.

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