Der Caritasverband für die Diözese Münster hat eine Gleichstellung pflegerischer Bildungseinrichtungen mit allgemeinbildenden Schulen bei Schutz- und Notfallkonzepten gefordert. Während Präventions- und Krisenstrategien andernorts politisch unterstützt würden, seien Ausbildungsstätten der Pflege- und Gesundheitsberufe bislang ausgeschlossen.
Dabei nähmen auch an Pflegeschulen verbale und körperliche Übergriffe, Mobbing und Sachbeschädigung zu. Präventionsarbeit leisteten die Einrichtungen bereits selbst – politische Unterstützung fehle jedoch.
"Im Ernstfall fehlen klare Meldeketten und Ansprechpartner", warnt Referent Jonas Vorderwülbecke. In einem neuen Positionspapier fordert der Caritasverband deshalb einen Zugang von Pflegeschulen zu zentralen Instrumenten wie dem schulischen Notfallordner. Eine politische Lösung sei schnell notwendig.
BLGS unterstützt die Initiative
Der Landesverband Nordrhein-Westfalen (NRW) des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS) unterstützt die Initiative, Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen gleichberechtigt in bestehende Schutzsystem zu integrieren. Gewalt – ob verbal oder körperlich – seien auch in der Ausbildung in Gesundheitsfachberufen Realität.
„Als BLGS sehen wir seit langem die Notwendigkeit, Bildungseinrichtungen strukturell zu stärken, Lehrende und Auszubildende besser zu schützen und verbindliche Rahmenbedingungen für den Umgang mit Krisensituationen zu schaffen“, schrieb der Vorsitzende des BLGS NRW, Torsten Edelkraut, auf LinkedIn.
Er forderte die politisch Verantwortlichen auf, zügig für klare Zuständigkeiten und eine Einbindung der Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen in bestehende Schutzkonzepte zu sorgen. „Ausbildung braucht nicht nur Qualität, sondern auch Sicherheit und Verlässlichkeit“, so Edelkraut.