Pflegefachpersonen mit direkter Patientenversorgung sollen bei der geplanten Krankenhausfusion in Mannheim vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt werden. Darauf haben sich Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung der BBT‑Gruppe im Rahmen eines Sozialplans verständigt. Die Regelung betrifft examinierte Pflegekräfte sowie Pflegeassistentinnen und ‑assistenten mit mindestens einjähriger Ausbildung.
Das teilte die BBT‑Gruppe am Mittwoch mit. Hintergrund ist die Entscheidung, die stationäre Versorgung des Brüderklinikums Julia Lanz bis Ende 2026 am Standort Diakonissenkrankenhaus (Diako) zu bündeln und das Theresienkrankenhaus aufzugeben.
Planungssicherheit für Pflegekräfte
Nach Angaben der Trägergesellschaft handelt es sich um einen ersten Teilerfolg der laufenden Sozialplanverhandlungen. "Wir haben die Kündigungsgespräche geführt und uns mit der Mitarbeitervertretung darauf geeinigt, dass wir betriebsbedingte Kündigungen für Pflegefachpersonen und Pflegehelfer mit mindestens einjähriger Ausbildung in der direkten Patientenversorgung vermeiden", sagte die Regionalleiterin der BBT‑Gruppe für Mannheim, Ulrike Heesemann.
Für das Pflegepersonal bedeute die Vereinbarung vor allem Planungssicherheit in einer Phase tiefgreifender struktureller Veränderungen. Insgesamt könnte die Restrukturierung nach Angaben aus dem Umfeld der Verhandlungen mit einem Abbau von bis zu 350 Stellen verbunden sein. Für andere Berufsgruppen außerhalb der Pflege sind die Gespräche über Ausgleichs‑ und Milderungsmaßnahmen noch nicht abgeschlossen.
Umbau der stationären Versorgung
Die BBT‑Gruppe begründet die Zusammenlegung der beiden Mannheimer Standorte mit wirtschaftlichem Druck und veränderten Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem. "Die Bündelung der stationären Versorgung am Diako ist angesichts des anhaltenden Kostendrucks im Gesundheitssektor und der Krankenhausreform der richtige Weg", sagte Heesemann.
Auch strukturelle Faktoren wie die Ambulantisierung medizinischer Leistungen und der Fachkräftemangel spielten eine Rolle. Der Sprecher der Geschäftsführung, Frank Zils, verwies zudem auf den Sanierungsbedarf des Theresienkrankenhauses. "Die Renovierungskosten für das Theresienkrankenhaus würden Stand heute einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag verschlingen."
Verhandlungen laufen weiter
Die Sozialplanverhandlungen zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitervertretung werden seit Mitte Januar fortgesetzt. Ziel ist es, auch für weitere betroffene Beschäftigtengruppen Regelungen zu finden. "Wir werden über weitere Ergebnisse berichten, sobald sie spruchreif sind", sagte Heesemann.
Parallel laufen die organisatorischen Vorbereitungen für die Konzentration der stationären Versorgung am Standort Diako. Die BBT‑Gruppe steht dazu nach eigenen Angaben im Austausch mit der Stadt Mannheim, dem Universitätsklinikum sowie dem Gesundheitsministerium Baden‑Württemberg.