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Frauen in der Pflege: Was brauchen erfahrene Fachkräfte, um zu bleiben?

Mehr als acht von zehn Beschäftigten in der Pflege sind Frauen, viele von ihnen seit Jahrzehnten im Beruf. Was erfahrene Fachkräfte im Alltag brauchen, um zu bleiben, untersucht eine neue Auswertung von doctari.

Der Fachkräftemangel in der Pflege wird meist als Rekrutierungsproblem erzählt. Neue Gesichter sollen kommen, Ausbildungszahlen steigen. Dabei lässt sich die Versorgung mindestens ebenso wirksam direkt in den Einrichtungen stabilisieren: über die erfahrenen Fachkräfte, häufig Frauen, die bereits dort arbeiten. Sie tragen Schichtdienst, Familie und Care-Arbeit oft gleichzeitig. Viele wollen bleiben, aber nicht um jeden Preis so, wie der Dienstplan es gerade vorgibt.

Was erfahrene Fachkräfte wirklich suchen

Das neue Whitepaper „Frauen in der medizinischen Zeitarbeit“ von doctari schaut genau auf diese Gruppe. Ausgewertet wurden 1.477 weibliche Pflegefachkräfte, die seit 2022 mit doctari gearbeitet und mindestens einen aktiven Einsatz absolviert haben. 59 Prozent von ihnen sind älter als 40 Jahre. Sie arbeiten vor allem im Zentral-OP, auf Intensivstationen, in der Inneren Medizin, Allgemeinchirurgie und Geriatrie. 16,5 Prozent verfügen zusätzlich über mindestens eine dokumentierte Zusatzqualifikation, etwa in der Notfall-, Intensiv- oder Palliativversorgung. Die Zahlen zeigen: Erfahrung ist kein Randphänomen. Und sie zeigen, was diese Frauen im Kern wollen. Nicht zwingend weniger arbeiten, sondern mehr Einfluss darauf haben, wann, wie lange und wo sie arbeiten. Für viele ist genau das entscheidend, nicht allein die Frage nach Teilzeit.

Der Beruf als Lernraum

Wer in verschiedenen Häusern, Teams und Versorgungsbereichen arbeitet, erweitert sein fachliches Repertoire. Anja Diehl, Krankenschwester und Travel Nurse bei doctari, beschreibt das so: „Mit doctari habe ich die Chance, in vielen verschiedenen Einrichtungen zu arbeiten. Dabei wachse ich mit jedem Einsatz, als Palliativ-Care-Fachkraft und als Mensch.“ Fachlicher Anspruch und Selbstbestimmung stehen sich damit nicht gegenüber. Sie stützen sich gegenseitig.

Viele Wege, viele Wahlmöglichkeiten

Die Auswertung aller medizinischen Einsätze von doctari im Jahr 2025 zeigt: Wohn- und Einsatzort lagen im Durchschnitt 157,8 Kilometer auseinander, und rund drei Viertel der Einsätze fanden außerhalb von Großstädten statt. Für manche Fachkräfte ist das eine spannende Abwechslung, für andere mit familiären Verpflichtungen schlicht nicht machbar. Wahlfreiheit bedeutet deshalb auch, selbst entscheiden zu können, welche Einsätze zum eigenen Leben passen. Wer lieber in der eigenen Region bleibt, kann auch nur dort Einsätze annehmen, sofern sie zum eigenen Profil passen.

Was Einrichtungen von flexiblen Modellen lernen können

Die Attraktivität flexibler Modelle ist auch ein Signal an klassische Arbeitgeber. Was Pflegefachkräfte an Zeitarbeit schätzen, gilt demnach auch für feste Arbeitsverhältnisse:

  • verlässlichere Dienstpläne mit früher Planbarkeit
  • unterschiedliche Stundenmodelle
  • Wunschdienstsysteme
  • planbare Auszeiten
  • die Möglichkeit, den Arbeitsumfang an veränderte Lebensphasen anzupassen

Zeitarbeit ist dabei ein Modell, kein Allheilmittel. Aber sie zeigt, wie viel Bindung entsteht, wenn Fachkräfte mitentscheiden dürfen.

Halten statt nur gewinnen

Wer erfahrene Pflegekräfte halten will, muss Gehalt, Personalbemessung und Karrierewege zusammen denken, und die Zeitautonomie gleich dazu. Selbstbestimmung ist dann kein Wunsch am Rande, sondern ein Instrument der Personalbindung und damit ein Faktor für die Stabilität der Versorgung.

Die Frauen, die heute schon in der Pflege arbeiten, wissen am besten, was sie brauchen. Wer weiß, unter welchen Bedingungen sie arbeiten möchte, bleibt eher im Beruf. Für viele beginnt das mit einer einfachen Frage: Wie will ich arbeiten?

Weitere Informationen rund um die medizinische Zeitarbeit als Pflegekraft

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