An den vier Universitätsklinika in Baden-Württemberg – Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm – laufen seit Montag wieder Warnstreiks. Die Gewerkschaft Verdi hat Pflegepersonal, Verwaltungs- und Servicekräfte aufgerufen, die Arbeit bis einschließlich Mittwoch niederzulegen. Nach Protestaktionen Anfang und Mitte Juni ist das bereits der dritte Warnstreik in der aktuellen Tarifrunde. Damit wolle die Gewerkschaft "mit maximalem Druck" in den vorerst letzten Verhandlungstermin am 3. Juli gehen, um Urabstimmung und unbefristete Streiks noch zu vermeiden, teilte Verdi mit.
Arbeitgeberseite will am Mittwoch Einigung erzielen
Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker sagte: "Belastende Arbeitsbedingungen führen zur Flucht in die Teilzeit und diese unnötige Verknappung von Personal verschärft die Situation weiter. Wir müssen diesen Teufelskreis im Jahr 2024 endlich durchbrechen. Eine nachhaltige Verbesserung der Personalsituation wird nur mit einer nachhaltigen Verbesserung der Arbeitsbedingungen gelingen."
In den Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der baden-württembergischen Uniklinika (AGU) fordert die Gewerkschaft für die rund 30.000 Beschäftigten elf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro mehr pro Monat. Zudem verlangt die Gewerkschaft die Einführung eines Lebensphasenkontos, eine Entlastung von Pflegekräften sowie eine bessere Ausbildungsqualität.
Der AGU teilte mit, er habe die "feste Absicht", am Mittwoch wie geplant eine Einigung im Tarifkonflikt zu erreichen. Die Arbeitgeberseite setze dabei alles daran, die Tarifverhandlungen mit einer für beide Seiten vertretbaren Einigung zu beenden.