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Modellprojekt "Pflege 2030"

Diese Technologien haben sich im Heimalltag bewährt

Von KI-gestützter Dokumentation bis zu VR-Brillen und Putzrobotern: Korian hat über drei Jahre lang digitale Innovationen in der stationären Pflege getestet. Nun sollen erfolgreiche Anwendungen bundesweit eingeführt werden.

Der Heimbetreiber Korian hat rund dreieinhalb Jahre in seinem Modellprojekt "Pflege 2030" im Haus Karlsfeld bei München untersucht, wie KI und digitale Technik die Versorgung Pflegebedürftiger verbessern und Pflegekräfte entlasten können. 

Neuerungen, die sich in dem Projekt bewährt haben, will das Unternehmen nun schrittweise in seinen Einrichtungen einführen. Das teilte das Unternehmen zum Abschluss des Projekts mit, das mit 3,1 Millionen Euro vom Freistaat gefördert worden war. Beteiligt waren auch die Universität Bremen und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS.

Spracherkennung spart Zeit

Als eine der wichtigsten erfolgreichen Technologien zeigte sich bei dem Projekt die sprachgestützte Pflegedokumentation. Sie spare pro Pflegekraft und Tag rund 30 Minuten ein und verbessere zugleich die Qualität der Dokumentation, teilte Korian mit.

Die KI-gestützte Sturzerkennung wiederum nutzt Sensortechnologie, um Bewohnerinnen und Bewohner in ihren Zimmern diskret zu überwachen. Dadurch würden Sicherheit und Autonomie gestärkt, ohne in den Alltag der Menschen einzugreifen.

Als beliebt bei den Bewohnern stellte sich ein interaktiver Spieletisch mit vielerlei Funktionen heraus. Ebenso Virtual-Reality-Brillen, die Ausflüge in Gefilde ermöglichen, die für manche leibhaftig nicht mehr oder nur schwer erreichbar sind.

Putzroboter übernehmen automatisiert Reinigungsaufgaben und schaffen so mehr Freiräume für Mitarbeitende. Digitale Tools zur Tagesplanung und Aktivitätsgestaltung helfen, den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner zu strukturieren und entlasten gleichzeitig die Pflegeteams organisatorisch.

Nicht jede Technik überzeugt

Einige Techniken hätten allerdings in der Praxis nicht überzeugt. Etwa eine Mobilitätsanalyse-App, die das Gangbild analysiert, und ein Toilettensitz, der gleich auch ein EKG schreibt. Auch ein Bett, das Menschen automatisch umlagert, bewährte sich den Angaben zufolge nicht. Die praktische Eignung sei wichtiger als die technische Raffinesse, unterstrich das Unternehmen.

Ausweitung auf weitere Einrichtungen

Die KI-gestützte Sturzerkennung stehe schon heute als buchbare Zusatzleistung in allen Korian-Einrichtungen zur Verfügung. Bis 2028 will Korian alle in Karlsfeld validierten Lösungen auf das gesamte deutsche Netzwerk übertragen.

Die Korian Deutschland GmbH ist Teil der europäischen Clariane-Gruppe und betreibt 219 Standorte sowie 23 ambulante Dienste deutschlandweit.

Die Erkenntnisse wurden in einem Handbuch festgehalten, so dass auch andere Pflegeanbieter und Heime davon profitieren können.

dpa

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