• 01.08.2002
  • Praxis
BVMd-Innovationspool

Moderne Therapie gegen chronische Wunden

Die Schwester Der Pfleger

Ausgabe 8/2002

Der BVMed vertritt als Wirtschaftsverband rund 200 Hersteller und Dienstleister der Medizinproduktebranche. In Deutschland arbeiten rund 100000 Menschen in der Medizinprodukteindustrie, pro Jahr werden rund 18 Milliarden Euro umgesetzt. Es ist gerade die Innovationskraft der Branche, die eine ansteigende Wirtschaftskraft in den kommenden Jahren verspricht. So kommt es nicht von Ungefähr, dass der BVMed einen "Innovationspool Medizintechnilogie" im Internet anbietet. Inzwischen sind 100 innovative Produkte darin enthalten. Die pflegerelevanten Ideen werden wir in den nächsten Ausgaben in dieser Rubrik redaktionell begleiten.Informationen zum Krankheitsbild Chronische Wunden
Chronische Wunden sind Wunden, die länger als drei Wochen bestehen (Ausnahme: groß-flächige Wunden mit guter Heilungstendenz). Ihre Behandlung kostet in Deutschland pro Jahr mindestens eine halbe Milliarde Euro. Rund ein Prozent der Bevölkerung leidet unter einer chronischen Wunde.
Chronische Wunden entstehen im Verlauf einer Grundkrankheit. Ungefähr 70 Prozent lassen sich auf venöse Erkrankung zurückführen (CVI als Folge eines postthrombotischen Syndroms oder einer Stammvarikose). Arterielle Störungen und Wunden als Folge eines Diabetes mellitus stellen die nächsten größeren Gruppen. Die Behandlung chronischer Wunden umfasst sowohl die Therapie der Grundkrankheit als auch die lokale Wundtherapie. Die Biologie der chronischen Wunde zeigt sich heute als ein chronisch inflammatorischer (entzündlicher) Prozess. Aus ihm folgt ein ständiger Auf -, aber auch Abbau der Wundmatrix. Die Reparatur des Gewebes wird hierdurch gestört.

Erfolgversprechende Entwicklungen
In den letzten Jahren hat sich die feuchte Wundbehandlung als lokale Therapie durchgesetzt. Sie schafft ein physiologisches Millieu, in dem die Wundheilung voranschreiten kann. Zwar ist diese Form der Therapie noch längst nicht überall verbreitet, doch sind ihre Möglichkeiten und Grenzen, besonders dort, wo schon länger mit ihr gearbeitet wird, gut bekannt. So ist auch bekannt, dass nicht alle Wunden alleine mit ihr geheilt werden können. Es ist deshalb zu der Entwicklung noch fortschrittlicherer Therapieformen gekommen wie der Anwendung von Wachstumsfaktoren (PDMHF, PDGF), dem Einsatz von Hyaluronsäure oder der Konstruktion von Hautersatzmaterialien. Sie alle müssen sich an ihren therapeutischen Erfolgen aber auch an ihren Kosten messen lassen.
Die letzten zehn Jahre hat es eine Fülle von vielversprechenden Entwicklungen aber auch von herben Enttäuschungen gegeben. Es wird zunehmend erkannt, dass über der Euphorie, mit der fortgeschrittene Therapieformen begrüßt werden, die Grundsätze der Therapie der zugrundeliegenden Krankheiten, aber auch der sogenannten "Guten Wundpflege" nicht vergessen werden dürfen. Therapieeinrichtungen (Kliniken, Ambulanzen, Praxen, Heime), die dies nicht berücksichtigen, werden auch mit den neuesten Entwicklungen keinen Erfolg haben.
Andererseits erlauben die aktuellsten Forschungsergebnisse aber auch die Aussage, dass sich in chronischen Wunden unterschiedlichster Ursache letztlich ähnliche Verhältnisse finden. Die Vorgänge auf molekularer Ebene unterscheiden sich also nicht wesentlich.
Ausgehend von den an der Wundheilung beteiligten Zellen des Blutes und des Gewebes konnten in den letzten Jahren Stoffe identifiziert werden, die in der Wundheilung eine wichtige Rolle spielen. Hierzu gehören insbesondere die so genannten Wachstumsfaktoren und bestimmte Enzyme, die Proteasen.
Unter ihnen haben die zinkenthaltenden Matrixmetalloproteasen (MMP) eine besondere Bedeutung. Im Wundheilungsprozess sollen sie neuaufgebaute Wundmatrix abbauen, um im Wechselspiel mit ihren Hemmstoffen (TIMP) zu einem geordneten Aufbau dieser Matrix beizutragen. In chronischen Wunden ist der Anteil der "zerstörerischen" MMPs aber erhöht (MMP-2 und MMP-9 sogar zehnfach), während die TIMPs komplex gebunden vorliegen und ihrer Aufgabe nicht gerecht werden können.
Dieses Ungleichgewicht der Proteasen wird heute als ein Hauptfaktor der gestörten Wundheilung in chronischen Wunden betrachtet. Ein Mangel an Wachstumsfaktoren liegt in chronischen Wunden jedoch nicht vor - eher findet man hier erhöhte Werte. Die Behandlung chronischer Wunden ist und bleibt eine komplexe Aufgabe, die das Behandlungsteam zwingt, sowohl den betroffenen Menschen in seiner Umwelt und seiner gesamten Persönlichkeit als auch seine Wunde in ihren makroskopischen, mikroskopischen und molekularen Eigenschaften in ein Therapieprinzip einzubinden.

Innovatives Medizinprodukte zur modernen Wundtherapie
Seit dem 15. Mai 2001 gibt es von JOHNSON & JOHNSON Woundmanagement ein bichemisches Wundtherapeutikum zur lokalen Therapie aller chronischen Wunden.
Im Exsudat chronischer Wunden liegen Proteasen in einer pathologisch erhöhten Konzentration vor. Dies führt zu einem Abbau der neuen Extrazellulärmatrix und zur Zerstörung der für eine Abheilung notwendigen, endogenen Wachstumsfaktoren.
PROMOGRAN inaktiviert die überschüssigen Proteasen, schützt die endogenen Wachstumsfaktoren vor einer Zerstörung und ermöglicht so ein Fortschreiten des Heilungsprozesses.
Diese Wirksamkeit hat PROMOGRAN in einer klinischen, multizentrischen Studie an Patienten mit Diabetischem Fuß bewiesen. In einer Gruppe von 184 Patienten bewirkte PROMOGRAN im Vergleich zu einer alleinigen Feuchttherapie eine um 39 Prozent verbesserte Heilungsrate.
PROMOGRAN ist eine gefriergetrocknete Matrix aus oxidierter, regenerierter Cellulose und Kollagen. In Kontakt mit Wundexsudat oder durch Anfeuchten mit Ringerlösung/ Kochsalzlösung geliert PROMOGRAN und wird je nach Feuchtigkeitsgehalt in der Wunde innerhalb von zwei bis drei Tagen rückstandlos vom Körper resorbiert.
Die überzeugende Datenbasis aus nachweisbar überhöhter Proteasekonzentration als Ursache für den Heilungsstillstand in chronischen Wunden, der belegte Wirkmechanismus sowie Wirksamkeitsbeweise aus Laborstudien (in-vitro / in-vivo) und der klinischen Studie ergeben für den Bereich der Wundtherapie eine in dieser Kombination einmalige Datenlage und empfiehlen PROMOGRAN als Standardtherapie für chronische Wunden.

Weitere Informationen:
Literatur und weitere Informationen über PROMOGRAN erhalten Sie von:
JOHNSON & JOHNSON Advanced Wound Care
ETHICON GmbH
Oststraße 1
22844 Norderstedt
oder im Internet unter
http://www.medizinfo.de/wundmanagement/


Kontakt zum Hersteller:
Dr. Peter van Leeuwen
European Product Director, Johnson & Johnson Wound Management,
Ethicon GmbH, Hamburg
Oststraße 1
22844 Norderstedt
Tel: (040)-52207-0
Fax: (040)-52207-402
E-Mail:
mservic2(at)medde.jnj.com

Diese und weitere innovative Verfahren der Medizintechnologie finden Sie im Innovationspool des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) unter www.bvmed.de.



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