Die deutschen Krankenhäuser würden eine Wiedereinführung des Zivildienstes klar unterstützen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervor. Demnach signalisierten 93 Prozent der befragten Kliniken eine hohe Bereitschaft, wieder Zivildienstleistende einzusetzen. Schon vor der Aussetzung des Zivildienstes hatten 87 Prozent entsprechende Stellen angeboten.
Chance für Nachwuchsgewinnung in Gesundheitsberufen
Die Krankenhäuser sähen im Zivildienst vor allem eine Chance, junge Menschen früh für Berufe im Gesundheitswesen zu interessieren.
Klassische Einsatzfelder sind laut Umfrage unterstützende Tätigkeiten in der Pflege sowie Patientenbegleit- und Versorgungsdienste – Bereiche, die 93 Prozent der Kliniken nennen. Hauswirtschaftliche oder technische Aufgaben spielten eine geringere Rolle.
Enge finanzielle Grenzen
Finanziell sähen die Krankenhäuser jedoch enge Grenzen. Eine Vergütung auf dem Niveau von rund 2.600 Euro monatlich, wie sie für freiwillig Wehrdienstleistende geplant ist, sei für die wirtschaftlich angeschlagenen Einrichtungen nicht zu stemmen. Die Hälfte der Kliniken rechnet laut aktuellem Krankenhaus-Index mit weiterem Personalabbau oder Leistungskürzungen. Eine Finanzierung analog zum Bundesfreiwilligendienst hielten die meisten Häuser hingegen für machbar.
Bei der Dienstdauer sprechen sich zwei Drittel der Kliniken für neun bis zwölf Monate aus. Kürzere oder längere Zeiträume würden deutlich seltener befürwortet.