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AOK-Fehlzeiten-Report

Hohes Burnout-Risiko von Pflegefachpersonen

Die Zahl der durchschnittlichen Ausfalltage je AOK-Mitglied in der Pflege erreichte 2021 mit 26,2 Tagen ein neues Rekordniveau.

Beschäftigte in der Pflege sind fast doppelt so häufig von einem Burnout betroffen wie alle anderen Berufsgruppen. Das hat eine aktuelle Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten von 682.000 AOK-versicherten Mitarbeitenden in Pflegeberufen ergeben. Das Burnout-Risiko steige zwar mit zunehmendem Alter, sei aber auch bei den unter 30-Jährigen schon vergleichsweise hoch, teilte die Krankenkasse am Dienstag mit.

Deutlich mehr Burnout-Diagnosen in der Pflege als in anderen Berufen

Analysen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zufolge stieg die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen in der Pflege (einschließlich Burnout) im vergangenen Jahr auf durchschnittlich 6,2 Tage je AOK-Mitglied und habe damit erneut "weit über dem Durchschnitt aller Berufe" (3,4 Tage) gelegen.

Erkrankungen im Zusammenhang mit der Diagnose Burnout hätten laut Ergebnissen des WIdO-Fehlzeiten-Reports bei Pflegenden im vergangenen Jahr im Schnitt 28,2 Arbeitsunfähigkeitstage je 100 AOK-Mitglieder verursacht – deutlich mehr als in anderen Berufen mit 14,2 Tagen.

Durchschnittlichen Ausfalltage in der Pflege um mind. 27 % höher

Über alle Krankheitsarten hinweg habe nach dem Fehlzeiten-Report die Zahl der durchschnittlichen Ausfalltage je AOK-Mitglied in der Pflege im Jahr 2021 mit 26,2 Tagen um ein Drittel höher gelegen als bei allen AOK-versicherten Beschäftigten (19,7 Tage). Damit sei "ein neues Rekordniveau" erreicht.

Selbst wenn spezifische Alters- und Geschlechtsstrukturen der Beschäftigten in der Pflege berücksichtig würden, lägen die durchschnittlichen Ausfalltage immer noch um 27 % höher.

Arbeitsbedingungen in der Pflege nachhaltig verbessern

Zu den Ergebnissen sagte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann:

"Dies unterstreicht, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege nachhaltig verbessert werden müssen. (…) Damit nicht noch mehr Pflegefachpersonen zu Patienten werden, braucht es etwas, was andere Gesundheitsberufe längst haben, nämlich Wertschätzung und Anerkennung für das, was die Menschen in der Pflege Tag für Tag leisten."

Dazu zählten z. B.:

  • bessere Bezahlung,
  • mehr Personal,
  • größere Handlungsfreiheiten,
  • mehr Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten,
  • mehr Mitbestimmung.

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