Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert eine bessere Ausstattung von Krankenhäusern mit Kühltechnik. Anlass sind aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI), wonach in Deutschland in diesem Jahr bislang knapp 10.000 hitzebedingte Todesfälle registriert wurden. Nach Angaben der DKG ist das der höchste Wert seit 2016.
DKG sieht Kliniken unzureichend vorbereitet
Nach Einschätzung der Krankenhausgesellschaft verfügt bislang nur ein kleiner Teil der Patientenzimmer in deutschen Krankenhäusern über technische Kühlmöglichkeiten. DKG-Vorstandsvorsitzender Gerald Gaß sieht deshalb politischen Handlungsbedarf.
"Die aktuellen Rekordzahlen zu den Hitzetoten müssen genauso wie die jüngsten Daten zur hitzebedingten Übersterblichkeit die Politik endlich wachrütteln", so Gaß am Donnerstag.
Besonders betroffen seien Patientinnen und Patienten, die aufgrund von Alter, Vorerkrankungen oder Pflegebedürftigkeit als hitzeanfällig gelten. Gleichzeitig stoße auch das Klinikpersonal bei längeren Hitzeperioden an Belastungsgrenzen. Klassische Maßnahmen wie Verschattung oder Ventilatoren reichten bei dauerhaft hohen Temperaturen häufig nicht mehr aus.
Fehlende Investitionsmittel bremsen Nachrüstung
Die DKG verweist auf eine Befragung des Deutschen Krankenhausinstituts, wonach viele Krankenhäuser Kühlanlagen vor allem aus finanziellen Gründen bislang nicht nachrüsten können. Nach Darstellung des Verbands seien die Investitionskosten der Kliniken durch die Bundesländer seit Jahren nicht vollständig gedeckt.
Gaß kritisierte, dass notwendige Investitionen deshalb häufig auf bauliche Maßnahmen und medizinische Geräte konzentriert würden. Für Klimaanlagen oder andere Kühltechnik fehlten vielerorts die Mittel.
Als positives Beispiel nennt die DKG Dänemark. Dort würden Krankenhäuser grundsätzlich mit Kühltechnik ausgestattet oder sukzessive nachgerüstet.
Pflegefachpersonen besonders gefordert
Längere und intensivere Hitzeperioden stellen auch Pflegefachpersonen vor wachsende Herausforderungen. Neben dem Schutz gefährdeter Patientinnen und Patienten gewinnt die Anpassung von Arbeitsabläufen und Pflegeumgebungen zunehmend an Bedeutung.
Was Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und Politik jetzt tun müssen, um Leben zu schützen und Versorgung zu sichern, erläutert Gesundheits- und Krankenpfleger Kevin Galuszka im BibliomedPflege-Interview.