Bremen will internationale Pflegefachkräfte beim Anerkennungsverfahren und beim Ankommen im Bundesland künftig zentral unterstützen. Dafür hat der Senat ein Welcome Center für Pflegefachkräfte beschlossen und stellt bis Ende 2027 rund 580.000 Euro bereit.
Wie die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz in dieser Woche mitteilte, soll das zunächst bis Ende 2027 angelegte Pilotprojekt noch in diesem Jahr starten. Zielgruppe sind sowohl neu zuwandernde als auch bereits in Bremen lebende internationale Pflegefachkräfte.
Nach Angaben des Senats soll das Welcome Center Unterstützung bei Anerkennungsverfahren, behördlichen Fragen und der Integration in den Alltag leisten. Vorgesehen sind unter anderem Beratungen zu Visafragen, Bankkonteneröffnung, Wohnraumsuche und Kinderbetreuung.
Unterstützung beim Ankommen in Bremen
Die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz, Claudia Bernhard, bezeichnete das Vorhaben als "zentrale Anlaufstelle", um internationale Pflegefachkräfte "gezielt beim Ankommen und Bleiben zu unterstützen".
Der Senat sieht das Projekt als Maßnahme zur Gewinnung und Bindung von Pflegepersonal. Bremen steht wie andere Bundesländer vor der Herausforderung, den Bedarf an Pflegefachkräften angesichts des Fachkräftemangels zu decken.
Pilotprojekt bis Ende 2027 angelegt
Das Welcome Center wird gemeinsam vom Paritätischen Bildungswerk und der Bremischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz umgesetzt. Die beiden Träger hatten sich bereits 2025 um die Einrichtung eines Welcome Centers für Gesundheitsberufe bemüht. Ein Antrag auf EU-Förderung wurde jedoch 2026 wegen ausgeschöpfter Fördermittel nicht bewilligt.
Die nun zugesagten Mittel stammen aus dem noch verfügbaren Länderanteil der ursprünglich vorgesehenen Finanzierung.
Ausweitung auf weitere Gesundheitsberufe möglich
Die Ergebnisse des Pilotprojekts sollen laut Senat ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage könnte das Angebot künftig auf weitere Gesundheitsberufe ausgeweitet werden.
Langfristig ist zudem eine Zusammenführung mit dem geplanten Welcome Center der Senatorin für Arbeit, Jugend, Soziales und Integration vorgesehen. Nach Angaben des Senats sollen dadurch Doppelstrukturen vermieden und bestehende Angebote gebündelt werden.