• Deutscher Pflegerat

Pflegeverbände werfen Politik Verantwortungslosigkeit vor

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Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), der Deutsche Pflegerat (DPR) sowie der Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS) sehen mit Sorge auf das politische Agieren zum Thema Generalistik. „Das Gezerre um das Pflegeberufsgesetz nimmt immer groteskere Züge an, so verspielt man Vertrauen“, kritisierte DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel am Freitag in Berlin. Die Bevölkerung könne mit Recht von ihren Mandatsträgern erwarten, dass sie weiterdenken. Eine Legislatur der Pflege hätte es werden sollen – mit Blick auf die Pflegebildung könne es nun eine weitere Legislatur der vergebenen Chancen werden. „Und die Anforderungen der Zukunft sind schon jetzt kaum noch lösbar! Die Probleme überholen uns tagtäglich“, so Knüppel weiter. Statt von den eigennützigen Wirtschaftsinteressen der Reformgegner solle sich die Politik von den langjährig guten internationalen Erfahrungen mit generalistischer Pflegeausbildung leiten lassen. 
„Ohne dem Gesetz fehlt den enormen Anstrengungen der Bundesregierung zur Pflegepolitik in dieser Legislaturperiode der entscheidende Baustein, der alles zusammenhält“, sagte DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus. Die größte Reform der Pflege würde damit als die Unvollendete in die Geschichtsbücher einziehen. Gleichzeitig dürfe jedoch die Zielsetzung des Pflegeberufereformgesetzes nicht durch zu viele Kompromisse gefährdet werden.
Der BLGS kritisierte unterdessen, dass die pflegepolitische Bühne des Bundestags nun „endgültig zum Dilettantenstadl verkommen“ sei. Die generalistische Pflegeausbildung als notwendiges Kernstück der Reform in einem angeblichen Kompromiss zu schleifen, sei ein „schwerwiegender bildungspolitischer Fehler“. „Diesem verantwortungslosen Treiben zusätzlich noch als Akt einer politischen Schmierenkomödie öffentlich zusehen zu müssen, ist für uns als Pflegebildungsexpert/innen unerträglich“, äußerte sich der Verband in einer Mitteilung von Freitag. Eine solche Politposse möge privaten Arbeitgebern und Teilen der Opposition als Gaudium dienen – für die Pflege sei sie aber eine Katastrophe. (MIL)

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