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Studie: Mehr als 85 Prozent aller Heimbewohner haben Dysphagie

Schluckstörungen kommen bei Heimbewohner weitaus häufiger vor, als bislang bekannt war. Das legt eine aktuelle Studie nahe, die kürzlich in zwei Altenpflegeheimen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. "Wir haben bei gut 100 Heimbewohner ein Dysphagie-Screening durchgeführt. Mehr als 85 Prozent wiesen eine Schluckstörung auf", berichtet Martin Jäger, Leiter des zuständigen Expertenboards, im Interview mit "Die Schwester Der Pfleger". 

Eine Dysphagie gehe oft mit gefährlichen Folgen für die Betroffenen einher. Zu den klassischen Hauptgefahren einer Dysphagie zählen dabei die Mangel- und Unterernährung, aber auch die Aspiration und daraus folgende Pneumonien. "Es gibt Studien, die zeigen, dass bis zur Hälfte aller Personen, die aspirieren, eine Aspirationspneumonie bekommen", so Jäger, der ärztlicher Direktor der Fachklinik für Innere Medizin und Geriatrie am Hüttenhospital in Dortmund ist. "Und bis zu 50 Prozent derer, die eine Pneumonie bekommen, sterben daran."

Im Zusammenhang mit der Dysphagie treten zudem häufig Applikationsprobleme bei der Medikamentengabe auf, wie die Studie belegt. "Diese zeigten sich bei den Heimbewohnern vor allem während und nach der Einnahme der Medikamente in etwa 74 Prozent", erläutert Jäger. Dazu gehöre zu wenig Flüssigkeit bei der Medikamenteneinnahme oder Liegenbleiben von Tabletten auf der Schleimhaut von Mund, Rachen, Speiseröhre. Dies erhöhe die Gefahr von Schleimhautschäden durch "Einbrennen", so der Schluckexperte. In knapp 50 Prozent der Medikamentengabe wurde zudem eine falsche Einnahme wie Zerkauen oder Lutschen oder Verschlucken beobachtet. Nach abgeschlossener Medikamentengabe verblieben bei etwa einem Viertel der Medikamentengabe noch Reste der festen Medikamente im Mundraum.

Mehr zur Studie "Dysphagie und Applikationsprobleme von Medikamenten in stationären Alteneinrichtungen" und was Pflegende tun können, um eine Schluckstörung rechtzeitig zu erkennen und eine sichere Versorgung zu gewährleisten, lesen Sie im ausführlichen Interview in der Juni-Ausgabe von "Die Schwester Der Pfleger" oder hier. (BT)

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