• Management
Überlastungsanzeigen

"An Fakten, nicht Emotionen orientieren"

Wann ist eine Überlastungsanzeige sinnvoll? Wann bringt sie nur mehr Ärger als Entlastung ein? Darüber sprachen wir mit Krankenhausberater Peter Jacobs. 
Inwiefern kann eine Überlastungsanzeige unsinnig sein? 
Überlastungsanzeigen sind unsinnig, wenn sie sich nicht an Fakten, sondern Emotionen orientieren. Zudem sind sie gefährlich, wenn die Verfasser glauben, sie wären jetzt frei von jeglicher Verantwortung.
Wann würden Sie Pflegenden raten, eine Überlastung anzuzeigen? 
Ich rate jenen Pflegenden zu einem Entlastungsschreiben – so der korrekte juristische Ausdruck – die in Führungsverantwortung gegenüber dem Arbeitgeber stehen. Also ab Stationsleitung aufwärts – vorausgesetzt die üblichen Mittel wie Gespräche mit Vorgesetzten sind fruchtlos.
Worauf sollten Pflegende achten, wenn sie ein Entlastungsschreiben aufsetzen wollen? Wie ist das Prozedere?
Es muss sich um die faktische Darstellung der Diskrepanz zwischen vorhandener Arbeit an den Patienten und den zur Verfügung stehenden Mitteln handeln. Das kann, muss aber nicht zwangsläufig eine personelle Minderausstattung sein.
Was haben Pflegende davon, wenn sie eine solche Anzeige aufgeben? Bringt das letztlich nicht nur Ärger mit dem Vorgesetzten?
Ärger bringt es meines Erachtens dort, wo das Betriebsklima ohnehin schon gestört ist. Das werden auch Überlastungsanzeigen nicht ändern. Ärger mit Vorgesetzten gibt es dann, wenn gleich zum Mittel der schriftlichen Mitteilung gegriffen wird, am besten verbunden mit einer breiten Streuung an Chefärzte, Personalleiter und Vorstand. 
Also erst einmal ein vertrauliches Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen?
Genau, mit dem zuständigen Vorgesetzten reden. Eines steht faktisch fest: Die aktuellen Zahlen im Pflegedienst belegen, dass offensichtlich die Flut an Überlastungsanzeigen, die seit 1987 dem „Entstehungsjahr“ der Überlastungsanzeige, abgegeben wurden, zu keiner Personalmehrung geführt haben.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Jacobs. 

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