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SPD schlägt neuen Kompromiss bei Generalistik vor

In die Diskussion um das seit geraumer Zeit stockende Pflegeberufereformgesetz hat die hessische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Müller nun einen neuen Kompromissvorschlag eingebracht. Dieser sieht zwar vor, die Reform in der vorliegenden Form zu verabschieden, aber die bestehenden Berufsgesetze nicht außer Kraft zu setzen. Die Generalistik soll also kommen, aber als Alternative zu den weiter möglichen Einzelausbildungen. Nach zehn Jahren könnten dann, nach den Vorstellungen von Müller, die Erfahrungen ausgewertet und endgültig über einen vollständigen Übergang zur Generalistik entschieden werden. Das berichteten unter anderem die „Stuttgarter Nachrichten" am Freitag.

In der Union stößt dieser Vorschlag auf Wohlwollen. Die Zeitung zitierte den pflegepolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Erwin Rüddel, wie folgt: „Damit hätte ich keine Probleme, und dafür würde ich werben."

„Was die Große Koalition sich derzeit leistet, ist ein Skandal", sagte indes der Präsident des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus, am Samstag im Spiegel. Pflegeschulen in Deutschland wüssten nicht, auf welcher Grundlage sie planen sollten; Jugendliche, die eine Pflegeausbildung anstrebten seien verunsichert.

Die Zusammenlegung von Alten-, Gesundheits- und Kranken- sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sei alternativlos, betonte auch der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung, Frank Weidner. Die Reform sei die „letzte Chance für die Altenpflege, europaweit anerkannt zu werden und in Deutschland an das Niveau der Krankenpflege anzuschließen", sagte Weidner am Freitag in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur. Das gelte für Ausbildungsinhalte, wissenschaftlichen Fortschritt und die Bezahlung der Pflegenden.

Aufgrund der langwierigen Auseinandersetzungen scheint der im Gesetzentwurf vorgesehene Starttermin 1. Januar 2018 inzwischen kaum mehr einzuhalten zu sein, wie die Ärzte Zeitung am Montag berichtete. Aus Koalitionskreisen würde inzwischen das Jahr 2020 als Starttermin genannt. 

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