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Ernährungsberatung für Heimbewohner

Gut genährt im Alter

Ein Pflegeheim im nordrhein-westfälischen Meerbusch beschäftigt seit gut einem Jahr eine Diätassistentin, die Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter gleichermaßen für die richtige Ernährung von Heimbewohnern sensibilisiert. Vor kurzem hat sie ein Screening eingeführt, das Mangelernährung bei Senioren vorbeugen soll.

 

Ernährungsprotokolle führen und auswerten, Beratung zu allen ernährungsbedingten Krankheitsbildern oder die Zubereitung von Sonderkost – all das fällt in das Aufgabengebiet von Johanne Müller am Meridias-Rheinstadtpflegehaus in Meerbusch. Mit ihrem Fachwissen unterstützt sie seit Herbst 2014 Mitarbeiter, Bewohner, und Angehörige rund um das Thema richtige Ernährung der Pflegeheimbewohner.

Ernährungsberatung als Wettbewerbsvorteil
„Die Bewohner nehmen die Ernährungsberatung sehr gut an", verrät Müller. Besonders demente Pflegebedürftige profitierten von der überarbeiteten passierten Kost, der Energieanreicherung und vom regelmäßigen professionellen Blick der Diätassistentin auf den weitern individuellen Ernährungsverlauf. Dank der engen Zusammenarbeit mit den jeweiligen Logopäden könne auch auf Bewohner mit Schluckbeschwerden optimal eingegangen werden. Darüber hinaus profitierten Schwerkranke und präfinale Bewohner vom Wunschkostangebot. Besonders behutsam gehe das Pflegehaus auch bei neuen Bewohnern vor, da sich die älteren Menschen erst in der für sie ungewohnten Umgebung zu Recht finden und eingewöhnen müssten.

„Diese professionelle Begleitung durch eine eigene Diätassistentin in unserem Haus und der damit verbundene umfangreiche Service für Bewohner und Angehörige ist kreisweit einmalig", sagt Einrichtungsleiter Jörg Hartmann. Die ohnehin hohe Priorität des Themas Ernährung werde damit betont. Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl einer vollstationären Pflegeeinrichtung sei für Angehörige häufig eben auch die Qualität des Essens, so Hartmann. Eine eigene Diätassistentin vor Ort zu haben, sei damit ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber der privaten Konkurrenz im Rhein-Kreis Neuss.


Regelmäßiges Ernährungsscreening
Seit August dieses Jahres gibt es ein Ernährungsscreening im Haus, mit dem obligatorisch der gesundheitliche Zustand von neu aufgenommenen Bewohnern sowie vierteljährlich aller Bewohner erfasst wird. Diätassistentin Müller kann damit auch im Fall einer akuten Erkrankung eines Bewohners individuell auf seine Ernährungsbedürfnisse eingehen. „Die Lebensqualität der Bewohner soll durch unser Screening erhalten und im Idealfall sogar gesteigert werden", so Müller. Nach der Analyse könnten entsprechende Maßnahmen gegen mögliche Mangelernährungserscheinungen rechtzeitig ergriffen werden. Denn bei dementen Bewohnern könne beispielsweise der erhöhte Bewegungsdrang schnell zu einer Gewichtsabnahme führen. Entsprechende Gegenmaßnahmen seien dann etwa die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln oder hochkalorische Kost. Die Küche könne zudem ein Wunschkostangebot bereitstellen oder dem betroffenen Bewohner mit Finger Food wieder zum Essen motivieren. Müller selbst arbeitet dafür rund eineinhalb Stunden täglich während der Essenszubereitung in der Küche mit. Damit ist sie zu einer wichtigen Schnittstelle zwischen Küche und Pflege geworden, die nicht zuletzt die Kommunikation untereinander nach eigenen Angaben verbessert hat.

„Ernährung ist viel mehr als reine Nahrungsaufnahme", so Müller. Deshalb seien auch angrenzende Disziplinen wie Logopädie oder Zahnmedizin stärker zu berücksichtigen als das in der Vergangenheit allgemein oft der Fall war. „Bei uns im Haus geschieht das beispielsweise durch die Abstimmung mit der zahnmedizinischen Fachangestellten, die für die Kontrolle der Mund- und Zahnhygiene unserer Bewohner zuständig ist und den nötigen fachlichen Background mitbringt", sagt Müller. Diese zusätzlichen Angebote würden von Angehörigen immer öfter nachgefragt. „Viele Angehörige sind froh, dass jemand da ist, der sich speziell um das Essen ihrer Mutter oder ihres Vaters kümmert", weiß die Ernährungsberaterin. Da sie fest im Haus angestellt und jederzeit ansprechbar sei, könnten auch ernährungsspezifische Fachfragen schnell und unkompliziert beantwortet werden.

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