• Praxis
Noroviren-Übertragung

Verkannte Gefahr!

Besonders in den Wintermonaten von November bis März haben durch Noroviren verursachte Magen-Darm-Erkrankungen Hochsaison. Infizierte Personen leiden an heftigem Erbrechen und starkem Durchfall, angekündigt von Kopfschmerzen, Übelkeit und Mattigkeitsgefühl. Noroviren sind hochgradig ansteckend und äußerst widerstandsfähig. Als Hauptübertragungsweg gelten mit Viren besiedelte Hände. Als weitere Infektionsquellen kommen Stuhl und Erbrochenes in Frage. Treten in der ambulanten Pflege Noroviren-Infektionen auf, sind umfassende Hygienemaßnahmen oftmals die einzige Möglichkeit, um eine rasante Ausbreitung auf andere Pflegebedürftige zu verhindern.
Mit Beginn des Winters haben die durch Noroviren ausgelösten Magen-Darm-Erkrankungen stark zugenommen. Noroviren gelten als hochinfektiös und stellen hohe Anforderungen an das Hygienemanagement. Auch in der ambulanten Pflege können sie weitergetragen werden. Hier gelten andere Vorsichtsmaßnahmen als im Krankenhaus oder Altenheim.

Sofortige organisatorische Maßnahmen
Charakteristisch für Noroviren-Infektionen sind Symptome wie schwallartiges, heftiges Erbrechen zusammen mit starkem Durchfall, oftmals begleitet von einem ausgeprägten Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit sowie starker Erschöpfung. Werden bei einer pflegebedürftigen Person Zeichen einer norovirenbedingten Magen-Darm-Erkrankung wahrgenommen beziehungsweise nachgewiesen, muss umgehend gehandelt werden: 

  • Sofortige Information der Pflegedienstleitung. Sobald zwei zusammenhängende Fälle auftreten, muss das zuständige Gesundheitsamt verständigt werden (gemäß  Infektionsschutzgesetz).
  •  Benachrichtigung des Hausarztes. Entsprechend ärztlicher Anweisungen werden Maßnahmen zum Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts der erkrankten Person eingeleitet.
  •  Bettruhe und eingeschränkter Kontakt für akut Erkrankte für die Dauer des Auftretens der Symptome (in der Regel 12–48 Stunden). 
  •  Abgesehen von der Betreu-ungsperson sollte die Interaktion mit anderen Haushaltsmitgliedern und Angehörigen weitestgehend eingeschränkt werden. 
  •  Umsetzung spezifischer Hygienemaßnahmen (siehe unten), insbesondere sorgfältige und regelmäßige Händedesinfektion. 
  •  Aufklären aller Bezugspersonn hinsichtlich Infektionsrisiken und notwendiger Hygienemaßnahmen.

Wichtige Hygienemaßnahmen
Die Ansteckungsfähigkeit von Noroviren bleibt während der akuten Erkrankung und noch bis zu zwei Wochen danach erhalten. Um eine Weiterverbreitung auf andere betreute Patienten zu verhindern, sind umfassende Hygienemaßnahmen über die gesamte Dauer der Ansteckungsfähigkeit dringend notwendig:
Pflege der Patienten mit Einwegkittel, Einmalhandschuhen und Mund-Nasen-Schutz.  Umstellung aller Desinfektionsmittel auf viruswirksame Produkte.  Händehygiene: Es ist auf eine sorgfältige und regelmäßige Desinfektion der Hände in der ambulanten Pflege zu achten.
Besonders
–  nach jedem Kontakt mit der erkrankten Person
–  nach dem Ablegen der Ein-malhandschuhe
–  vor der Essenszubereitung
–  nach jedem Toilettengang
–  vorVerlassen der Wohnung.

Bei Noroviren ist der Einsatz eines viruzid wirksamen Hände-Desinfektionsmittels aus der Desinfektionsmittelliste des Robert Koch-Institutes (RKI) notwendig. Derzeit empfiehlt das RKI im Fall von Noroviren als einziges alkoholisches Hände-Desinfektionsmittel Sterillium® Virugard (Bode Chemie) mit einer Einwirkzeit von zwei Minuten.
 Flächendesinfektion: Durch Handkontakt können Noroviren auf Oberflächen gelangen und dort noch bis zu sieben Tage infektiös bleiben. Empfehlenswert ist die tägliche Desinfektion aller Oberflächen wie Türklinken, Nachttische und Toilettenbrillen unter Zuhilfenahme von Einweghandschuhen und mit einem viruswirksamen Flächen-Desinfektionsmittel (Wirkungsbereich A/B, RKI-Desinfektionsmittelliste). Waschschüsseln, Bettpfannen und Urinflaschen sofort nach Nutzung reinigen und desinfizieren.  
 Mit Stuhl oder Erbrochenem beschmutzte Bett- und Leibwäsche sofort austauschen und bei mindestens 60° C (besser bei 90° C) waschen. 
 Speisen immer ganz durchgaren, da Noroviren auch über Nahrungsmittel übertragen werden können und selbst eine 30-minütige Zubereitungszeit bei 60° C überdauern können.

Weitere Infos für Pflegedienste sowie ein Informationsblatt für Angehörige (Foto) können kostenfrei bei Bode Chemie Hamburg per E-Mail unter info(at)bode-chemie.de, Betreff: Noroviren A5/C6, angefordert werden.



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