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Kurzinterview

Pflege zur Chefsache erklären

Seine Pläne für den Fall eines Wahlsiegs erläutert der SPD-Kandidat für das Amt des Bundesgesundheitsministers, Karl Lauterbach, in einem Kurzinterview rund 7 Wochen vor den Bundestagswahlen.

 

Herr Prof. Dr. Lauterbach, Vorschläge zur Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs liegen vor. Die jetzige Koalition hat die Ausarbeitungen der Expertenkommission jedoch nicht umgesetzt. Werden Sie als Gesundheitsminister die bereits vorliegenden Änderungsvorschläge zum Pflegebedürftigkeitsbegriff anpacken oder sogar weiter ausarbeiten lassen?

Wir wollen die Pflegerisiken solidarischer absichern und den verschiedenen Lebenslagen gerechter werden – vor allen Dingen bei Demenz. Deshalb muss ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff Kernelement einer neuen Pflegereform sein.


Es herrscht Fachkräftemangel in der Pflege. Welche Chancen sehen Sie, den Pflegeberuf in Deutschland attraktiver zu machen?

Die Einkommen der Pflegerinnen und Pfleger bilden deren Leistung und hohe gesellschaftliche Bedeutung in keiner Weise ab. Wer auch in Zukunft noch genug Fachkräfte will, muss sie besser bezahlen. Soziale Arbeit muss aufgewertet werden. Wir unterstützen daher die Bemühungen für einen Branchentarif Soziale Arbeit, den wir für allgemeinverbindlich erklären wollen.
 

Können Sie sich vorstellen, eine bundesweite Pflegekammer einzurichten? Könnte das den Pflegeberuf stärken?

Jedes Bundesland kann eine Pflegekammer errichten. In einigen Bundesländern ist die Einrichtung von Pflegekammern in der Planung. Umfragen bei Pflegekräften zeigen aber, dass die Frage des Kammerbeitrages, den dann jede Pflegekraft zu zahlen hat, bei den Beschäftigten noch intensiv diskutiert wird.
 

Neueste Studienergebnisse weisen darauf hin, dass Pflegende verstärkt therapeutische Kompetenzen benötigen, um Menschen mit Demenz, besser versorgen zu können. Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie als zukünftiger Gesundheitsminister dafür Sorge tragen, dass ein Ausbau von Pflegekompetenzen finanziert wird? Auch hinsichtlich des Ausbaus des Pflegebedürftigkeitsbegriffs.

Die demographische Entwicklung führt zu einem noch stärkeren Fachkräftebedarf in Pflegeberufen. Da sind dann alle Maßnahmen zu prüfen, um dem entgegen zu steuern.


Was würden Sie als erstes tun, wenn Sie im Herbst Gesundheitsminister werden?

Pflege zur Chefsache erklären!


Herr Prof. Lauterbach, vielen Dank.

 
Das Gespräch führte Swantje Kubillus.

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