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Trauerbewältigung

"Für jeden Verstorbenen ein Blatt"

Mit einem Gedenkbaum schafft das Alten- und Pflegeheim St. Anna einen Ort, um von Verstorbenen Abschied zu nehmen.

Der mannshohe Baum aus Holz, der an einer Wand befestigt ist, fällt sofort ins Auge. Er ist nicht zu übersehen, wenn man den Wohnbereich St. Anna des Alten- und Pflegeheims St. Anna im rheinland-pfälzischen Morbach betritt. Ein Blatt mit einem Namen und ein Spruch auf einer Schieferplatte verdeutlichen, was es mit diesem Baum auf sich hat. „Es ist unser Gedenkbaum", sagt Katrin Welter.

Während ihrer Weiterbildung zur Wohnbereichsleiterin hatte die gelernte Altenpflegerin ein Projekt zum Thema „Trauer und Abschiedskultur" initiiert. Gemeinsam mit einer Projektgruppe hat sie sich intensiv Gedanken gemacht, wie und in welcher Form verstorbenen Bewohnern, Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern gedacht werden könne. „Die Idee, einen Baum mit Blättern zu füllen – für jeden Verstorbenen ein Blatt –, hatten wir schnell", erinnert sich Welter.

Gelungenes Projekt
Dass diese Idee so gut umgesetzt wurde, „verdanken wir den Künstlern Andreas Tuschik und Siggi Nussbaum", so Welter. Beide gestalteten Baum und Schieferplatte ehrenamtlich. Steinmetz Tuschik gravierte einen Spruch von Pater Bernardo, dem Hausseel-sorger, und Holzbildhauer Nussbaum fertigte das Wandbild. „Mit diesem Baum haben nun unsere Mitarbeiter, Bewohner und Angehörigen auch im Alltag einen Punkt, an dem sie kurz innehalten und der Verstorbenen gedenken können", freut sich Heimleiter Wolfgang Berg über das gelungene Projekt.

Sterben und Tod gehören im Alten- und Pflegeheim St. Anna selbstverständlich zum Alltag. Vor allem die Mitarbeiter sind bemüht, sterbende Bewohner und ihre Angehörigen zu begleiten, um ihnen beizustehen. Den Rahmen dafür bildet das Konzept zur palliativen Kompetenz und hospizlichen Kultur, das die Marienhaus Unterneh-mensgruppe – der Träger der Einrichtung – im März 2013 auf den Weg gebracht hat. Nach und nach wird es in allen Altenhilfeeinrich-tungen des Unternehmens umgesetzt.

Hospizarbeit insgesamt ausgebaut
„Wir sind aber schon seit 2007 hospizlich und palliativ aktiv", sagt Berg. Damals wurde die Einrichtung Mitglied im Hospizverein Hochwald e.V. „Es war jedoch absehbar, dass die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizes nicht auch noch für uns tätig werden konnten", erinnert sich der Heimleiter. Deswegen holte er sich die Kompetenz ins Haus und ließ einige Mitarbeiter zu Palliativ-Fachkräften weiterbilden. 2011 initiierte das Alten- und Pflegeheim St. Anna die Gründung des Christlichen Hospizvereins Morbach e.V. und des ambulanten Hospizes Morbach. „Unser Gedenkbaum ist also einer von vielen Schritten, wie wir die hospizliche Kultur in unserer Hausgemeinschaft pflegen wollen. Verstorbene Bewohner werden so nicht vergessen", ist Wolfgang Berg dankbar für das große Engagement von Katrin Welter und ihrer Projektgruppe.

Wir danken dem Alten- und Pflegeheim St. Anna für die Genehmigung dieser Zweitveröffentlichung. Der Originaltext ist in der Mitarbeiterzeitung des Heims im Juli 2015 erschienen.

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