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Kommentar

Wir brauchen Personalmindeststandards!

Krankenschwester Heide Schneider vom Klinikum Saarbrücken hat äußerst erfolgreich eine Online-Petition initiiert, in der sie die Einführung von gesetzlich geregelten Personalmindeststandards fordert. Exklusiv auf Station24 konkretisiert sie ihren Vorstoß.

Wir brauchen gesetzlich geregelte Personalmindeststandards, weil das Pflegepersonal in den letzten Jahren von all den Gesundheitsreformen so gut wie gar nicht profitiert hat.

Durch das Pflegestellenförderprogramm wurden zwar 2009 zusätzliche Stellen geschaffen. Diese machten aber nur knapp ein Viertel der bis 2008 abgebauten 50.000 Vollzeitstellen aus. Auch davon, dass jetzt Pflegeleistungen in den DRGs abgebildet werden, haben wir Pflegekräfte vordergründig nichts. Diese Mittel scheinen unter dem Sparzwang der Kliniken immer wieder für andere Dinge ausgegeben zu werden, während der Stellenabbau in der Pflege munter weitergeht. Insgesamt fehlen somit heute schon bis zu 70.000 Pflegekräfte.

Professionelle Pflege umfasst u.a. die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Berufsangehörigen, um die Gesundheit der anvertrauten Patienten und Patientinnen zu fördern. Pflege bedeutet, Krankheit zu verhüten, Gesundheit wiederherzustellen und Leiden zu lindern. Pflege bedeutet die Achtung vor dem Leben und vor der Würde des Menschen – das kann man nicht alleine und am Fließband und unter Zeitdruck „abliefern".

Wer es sich leisten kann, wechselt den Beruf, wer keine Alternative hat, wird durch die ständige Überlastung krank. 20 bis 30 Prozent der Auszubildenden überlegen schon während der Ausbildung, anschließend etwas anderes zu machen!

Es gibt ausreichend internationale Studien, die belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Personalbesetzung und der Mortalität der Patienten gibt. Jeder zusätzliche Patient pro Pflegekraft erhöht die Sterblichkeit der Patienten. Deutschland schneidet mit seinem durchschnittlichen Pflegepersonalschlüssel von 10 Patienten pro Pflegekraft im internationalen Vergleich mit am schlechtesten ab.

Wir brauchen solide Kennzahlen, aus denen hervorgeht, wie hoch der tatsächliche Pflegebedarf von Patienten ist. Aufgrund von verlässlichen Berechnungsmethoden und validierten Erkenntnissen muss eine qualifizierte Mindestpersonalbesetzung mit examinierten Pflegekräften in der stationären Pflege gesetzlich und außerhalb den DRGs festgelegt werden. Die Gelder dafür müssen zweckgebunden sein. Auf das Einhalten von Versprechungen haben wir lange genug gewartet.

Nur dadurch lassen sich die Arbeitsbedingungen verbessern, das Image des Pflegeberufes könnte wieder steigen und die weitere Abwanderung von Pflegekräften aus dem Beruf könnte verhindert werden. Von dem Profit für die Patienten einmal ganz abgesehen.

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