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Rhön-Übernahme knapp gescheitert

Das Übernahmeangebot des Gesundheitskonzerns Fresenius für die Rhön-Klinikum AG ist gescheitert. Wie Fresenius am Freitagabend mitteilte, wurde das selbstgesteckte Ziel von 90 Prozent der Unternehmensanteile denkbar knapp verpasst: bis zum Ablauf der Angebotsfrist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag waren den Bad Homburgern 84,3 Prozent der Rhön-Anteile angedient worden, 5,7 Prozent zu wenig. Keine 24 Stunden zuvor hatte der Rhön-Konkurrent Asklepios am Mittwoch früh mitgeteilt, sich ein Anteilspaket von fünf Prozent gesichert zu haben. Dieses könnte nun Gegenstand harter Verhandlungen werden, denn Fresenius hat die Hoffnung auf eine Fusion seiner Kliniktochter Helios mit Rhön noch nicht aufgegeben.  

„Wir sind weiterhin von den großen Vorteilen eines Zusammenschlusses von Rhön-Klinikum und Helios überzeugt und werden unsere Handlungsmöglichkeiten in den kommenden Tagen eingehend prüfen“, kündigte Fresenius-Chef Ulf Schneider am Freitagabend an. Die große Mehrheit der Aktionäre habe das Angebot angenommen, das leider blockiert worden sei, ohne dass eine „konstruktive Alternative“ aufgezeigt worden wäre. Ein Unternehmenssprecher bekräftigte am Samstag, die große Zustimmung der Aktionäre werde als Handlungsauftrag aufgefasst. Das Management werde nun in Gesprächen nach einer kurzfristigen Lösung suchen.

Auch Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch bedauerte das Scheitern der Offerte: „Der Zusammenschluss hätte allen Beteiligten neue Chancen eröffnet.“ Gemeinsam hätten Rhön und Helios flächendeckende Lösungen in der Gesundheitsversorgung entwickeln können. Da Rhön von der Richtigkeit solcher Veränderungen überzeugt sei, werde aber auch in Zukunft daran gearbeitet, solche Modelle zu realisieren. „Da sich am Anlass des Zusammenschlusses nichts geändert hat, werden sich schon schnell neue Lösungen bilden“, so Münch. Vorstandschef Wolfgang Pföhler betonte, dass Rhön auch allein stark genug sei, „selbst einen aktiven Part zu spielen“. Der Markt sei in Bewegung geraten. Jetzt müsse nach vorne geschaut und ausgelotet werden, wie die Konsolidierung im Klinikmarkt aktiv mitgestaltet werden könne.

Auch Fresenius betonte in seiner Mitteilung, die bewährte Wachstumsstrategie der vergangenen Jahre in jedem Fall konsequent fortsetzen zu wollen. Als einer der größten deutschen privaten Krankenhausbetreiber sei Helios „bestens positioniert, um aus eigener Kraft weiter zu wachsen“. Auch ohne einen möglichen Erwerb der Rhön-Klinikum AG soll der Umsatz in drei Jahren bei 4 bis 4,25 Milliarden Euro liegen. 2011 betrug er 2,7 Milliarden Euro.

Der Interessenverband kommunaler Krankenhäuser (IVKK) sieht in dem Übernahmekrimi einen Beleg für „die Gefahr einer Abhängigkeit des deutschen Krankenhauswesens von taktischen und strategischen Winkelzügen privater Anleger“ und forderte klare gesetzliche Vorgaben für die Verwendung von Gewinnen aus dem Klinikbetrieb. „Wenn die Versorgung der Bevölkerung mit stationären Leistungen davon abhängt, welcher Investor sich in welcher Konstellation die größeren Vorteile verspricht, steht es schlecht um unser Gesundheitswesen“, sagte Verbandschef Bernhard Ziegler dem „Tagesspiegel“ vom Samstag.

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