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VPU kritisiert „Krisenmanagement" der Charité

Der Verband der Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands (VPU) hat die Reaktion der Berliner Charité auf die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Krankenpfleger kritisiert. Die gegenwärtigen Versuche, die Vorgänge allein auf das menschliche Versagen Einzelner zu reduzieren, griffen deutlich zu kurz. Vielmehr erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit für unentschuldbares Fehlverhalten durch die in vielen deutschen Kliniken vorherrschende Kombination aus systematischer personeller Unterversorgung und unzureichender Einbindung des Pflegedienstes in die Organisations- und Entscheidungsstrukturen.

Seit Einführung der fallpauschalierten Vergütung (DRG) kompensierten insbesondere die Pflegedienste die immer stärker auseinandergehende Schere zwischen Kostensteigerungen und Leistungsentwicklungen mit massivem Personalabbau. Die bundesweit unterschiedlichen Basisfallvergütungen lägen zudem insbesondere in Berlin unter dem Bundesdurchschnitt und beeinflussten die unzureichenden personellen Ausstattungen besonders negativ. Gleichzeitig werde die Pflege, wie seit 2003 in Berlin, aus dem Klinikumsvorstand als strategischem Entscheidungsgremium herausgedrängt. „Pflegende und Pflegeleitungen werden so von der unternehmerischen Mitverantwortung wirksam entfremdet“, heißt es in einer Stellungnahme des VPU. Im Ergebnis stünden kurzfristige Kostenvorteile langfristig wirkenden Qualitätsdefiziten und Verhaltenserosionen gegenüber.

Auszuschließen seien Übergriffe und Regelabweichungen auch in Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung nicht. „Gerade in einem hochkomplexen Gebilde wie einer Universitätsklinik mit Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge müssen die wesentlichen Leistungsträger, Medizin wie Pflege auch die Mittel erhalten, ihre ureigene Fachkompetenz hochqualitativ zu verwirklichen und auf universitärem Niveau weiterzuentwickeln.“ Ein zentral tätiger Kommunikations-Manager werde im besten Fall das Symptom kurieren, die Leitungskräfte in ihrer ureigenen Führungsaufgabe „Kommunikation nach oben und unten“ aber nur noch weiter aus ihrer Verantwortung entlassen. „Die Charité braucht mehr, nicht weniger Einbindung der jetzt schon zahlreichen Managementebenen“, so die Forderung des VPU.

Dies werde von den Pflegenden selbst auch in den jeweiligen Einrichtungen wahrgenommen. Die fehlende Einbindung und Wertschätzung stehe in eindeutigen Widerspruch zu Kriterien moderner Führungsansätze. Nur wenn strukturelle Mängel bei allen Leistungsgruppen im interdisziplinären Zusammenwirken vermieden würden, könne die erforderliche Führungs- und Vertrauenskultur hergestellt werden, welche die Risikofaktoren minimiert und den konstruktiv professionellen Umgang mit Fehlern sicherstelle.

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