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Pflegende entscheiden sich für eigene Kammer

Die Pflegenden in Rheinland-Pfalz haben sich für eine eigene Kammer entschieden. Wie das Landesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie am Gründonnerstag mitteilte, stimmten 75,8 Prozent der 7.061 Pflegekräfte, die sich an der Abstimmung beteiligten, für die Einrichtung einer Pflegekammer. „Die Landesregierung sieht dies als wichtigen Schritt zur Einrichtung einer Pflegekammer“, sagte Minister Alexander Schweitzer (SPD) bei der Vorstellung der Ergebnisse. Noch nie seien in Deutschland so viele Menschen in der Pflege mit einer Kampagne erreicht worden. „Mit der Aufnahme der Pflegekammer als gleichberechtigte Berufskammer in das Heilberufsgesetz stellen wir die Pflege mit anderen Berufen des Gesundheitswesens gleich und bringen die Wertschätzung, die sie in Rheinland-Pfalz genießt, zum Ausdruck“, so Schweitzer weiter. Für die Befragung hätten sich 9.324 Personen registrieren lassen, rund 20 Prozent aller in Rheinland-Pfalz tätigen Pflegekräfte. Schweitzer kündigte eine „Gründungskonferenz“ an. Der Deutsche Pflegerat begrüßte das Abstimmungsergebnis und die Ankündigung des Ministers, nach einer Novelle des Heilberufegesetzes den Gründungsausschuss im Jahr 2014 einzusetzen und eine Pflegekammer in Rheinland-Pfalz im Jahr 2015 einzurichten.

Heftige Kritik kam dagegen vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa): „Wenn sich von etwa 40.000 Pflegenden in Rheinland-Pfalz nur gut 5.000 für eine Pflegekammer aussprechen, dann sollte die Landesregierung anerkennen, dass die Pflegenden die Verkammerung für unwichtig halten und ablehnen", sagte der stellvertretende bpa-Landesvorsitzende Manfred Hoffmann. „Die Pflegenden haben ganz andere Probleme, die mit einer Kammer nicht gelöst werden", erklärte Hoffmann die geringe Teilnahme und sagte weiter: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege wünschen sich verbesserte Personalschlüssel, weniger Bürokratie und eine höhere Anerkennung für ihren Beruf, auch durch bessere Bezahlung. Die Kammer wird für all diese Bereiche aber nicht zuständig sein und ist deshalb unsinnig."

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