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Krankenhäuser wehren sich gegen OECD-Kritik

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) weist Kritik der Industrieländer-Organisation OECD an einer zu hohen Zahl von Operationen in Deutschland zurück. DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum erklärte am Dienstagnachmittag unter Verweis auf eine Studie der Organisation, die am morgigen Donnerstag Diskussionsbasis auf einer Veranstaltung mit Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr sein wird, dass mit dieser Studie versucht werde, anhand statistischer Werte „den Anschein einer stationären Überversorgung zu erwecken“. Die OECD-Experten monieren unter anderem, dass in kaum einem Industrieland pro Kopf so viele Menschen stationär im Krankenhaus behandelt werden wie in Deutschland.

„Dass Deutschland bei der Häufigkeit einer Reihe von Behandlungen eine Spitzenposition einnimmt, ist zunächst einmal als Ausdruck eines wünschenswert breiten und offenen Zugangs der Patienten zu stationären Leistungen und als Qualitäts- und Vertrauensbeweis für die Krankenhäuser in Deutschland zu werten“, kommentierte der DKG-Hauptgeschäftsführer die Zahlen. „Außer auch hier wieder statistische Vergleichswerte zu benennen, kann die Studie nicht angeben, welches Leistungsniveau im internationalen Rahmen dem tatsächlichen Bedarf entspricht.“ Demgegenüber komme eine im Dezember 2012 veröffentlichte Studie des Deutschen Krankenhausinstitutes (DKI) zu dem Ergebnis, dass die Zahlen des auch von den Krankenkassen kritisierten Leistungsvolumens – zum Beispiel Hüft- und Knieersatz – angesichts der immer größer werdenden Zahl älterer Menschen in Deutschland keine Auffälligkeiten darstellten. „Im Vergleich mit hoch entwickelten Gesundheitssystemen in Staaten wie USA und Schweiz liegen auch bei vielen anderen Leistungen keine Besonderheiten vor.“

Wenn die Autoren der OECD-Studie nun dennoch vorschlügen, das Leistungsgeschehen stärker über von der Politik festzulegende Budgets und über politische Eingriffe in die Vergütungen einzelner Leistungen zu steuern, nähmen sie Anleihen aus Ländern mit Traditionen für eine enge staatliche Steuerung und restriktiven Budgetierungen. „Auch der Vorschlag, die Vergütung der Leistungen der einzelnen Krankenhäuser von Qualitätsindikatoren abhängig zu machen, während gleichzeitig in der Studie festgestellt wird, dass es solche Vergütungssysteme im Regelbetrieb nirgendwo in der Welt wegen des Fehlens von entsprechenden Indikatoren gibt, ist kein hilfreicher Beitrag zur Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung in Deutschland. Hier nehmen die Autoren der OECD-Studie die Diskussion der Kostenträger auf, ohne die praktischen und versorgungspolitischen Konsequenzen zu analysieren.“

Die Studie bescheinigt nach Meinung der DKG dem deutschen Gesundheitswesen nicht nur eine im internationalen Vergleich nicht vergleichbare Leistungsfähigkeit. „Sie kommt auch zu dem Ergebnis, dass die deutschen Krankenhäuser eine extrem hohe Kosteneffizienz aufweisen.“ So liege der Anteil der Krankenhausausgaben am Bruttosozialprodukt in Deutschland eher im Mittelfeld. Baum weiter: „Aus DKG-Sicht ist das OECD-Gutachten ein interessanter internationaler statistischer Vergleich –  für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens und qualitätsorientierte gesundheitspolitische Entscheidungen aber wenig hilfreich."

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