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Grüne wollen noch weniger Antibiotika in Tiermast

Die Grünen drängen weiter auf eine Beschränkung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung. Fraktionsvize Bärbel Höhn warnte gestern laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa vor einer tickenden „Zeitbombe für die menschliche Gesundheit“, der agrarpolitische Sprecher Friedrich Ostendorff forderte, bestimmte „Reserveantibiotika“ gänzlich für die Massentierhaltung zu verbieten. „Es ist erschreckend, dass nun schon keime gefunden wurden, die gegen annähernd alle Antibiotika resistent sind“, sagte Ostendorff gestern in Berlin.

Experten und Kritiker machen den großflächigen Einsatz antibiotischer Medikamente in der Tiermast für die Zunahme resistenter Keime und Bakterien verantwortlich, die sich über die Nahrungskette auch auf den Mensch übertragen. Die zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten eingesetzten und lange Zeit als Wunderwaffe geltenden Arzneimittel haben in den vergangenen Jahren deutlich an Schlagkraft verloren. Vor allem in den Krankenhäusern ist das ein Problem, wo Patienten mit geschwächtem Immunsystem einer Vielzahl von Erregern ausgesetzt sind. Die Schätzungen, wie viele Todesopfer die nosokomialen, also im Krankenhaus erworbenen Infektionen jedes Jahr deutschlandweit fordern, reichen von 7.500 bis 30.000.

Im Juni dieses Jahres hatten sich Koalition und Opposition im Vermittlungsausschuss auf eine Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) geeinigt, die auch auf die Einschränkung der Antibiotikagabe an Tiere abzielt. So müssen die Tierhalter künftig die in ihren Betrieben zum Einsatz kommenden Mengen der entsprechenden Medikamente an die zuständigen Behörden melden und etwa Maßnahmen zur Reduzierung ergreifen, wenn sie im deutschlandweiten Vergleich eine erhöhte Therapiehäufigkeit aufweisen. Zudem wurden die Befugnisse und Sanktionsmöglichkeiten der Überwachungsbehörden ausgeweitet, die nun im Extremfall sogar den Betrieb stilllegen können. Die Grünen hatten die Einigung seinerzeit zwar begrüßt, sie aber gleichzeitig als nicht weitgehend genug kritisiert.

„Auf Bundesebene muss geregelt werden, dass nur noch einzelne Tiere bei Symptomen behandelt werden dürfen und die Tierärzte nicht an der Verschreibung von Antibiotika verdienen dürfen“, sagte Höhn gestern in Berlin. Auch müsse das System der Massentierhaltung grundsätzlich in Frage gestellt werden.

 

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