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Gießener Sterbestudie offenbart erhebliche Mängel

Der Gießener Professor Wolfgang George hat gestern erste Ergebnisse und darauf gründende Empfehlungen seiner Gießener Sterbestudie 2013 präsentiert. Sie ist die Neuauflage der ersten 1988 veröffentlichten Sterbestudie. Die wissenschaftliche Untersuchung offenbart erhebliche Mängel in der Versorgungsqualität von Sterbenden in deutschen Krankenhäusern. Vor allem Ärzte aber auch Pflegekräfte sähen sich häufig unzureichend ausgebildet für den Umgang mit sterbenden Patienten. Es gebe ein „Struktur-Qualitäts-Dilemma“ geprägt von Personal- und Zeitmangel sowie schlechten räumlichen Bedingungen, sagte George gestern in Gießen. Beunruhigend sei auch, dass eine Angehörigenintegration in den Sterbeprozess in der Realität kaum stattfinde.

Weitere Problemfelder sind dem Leiter des Gießener TransMIT Zentrums für Versorgungsforschung und Beratung zufolge schmerztherapeutische Interventionen und unnötige lebensverlängernde Maßnahmen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, dass letztere „immer“ oder „oft“ ergriffen werden. Die Stationsart, Intensiv-, Onkologie- oder Allgemeinstation, habe den größten Einfluss auf die Situation von Sterbenden. Auf den Allgemeinstation seien die Ressourcen am stärksten begrenzt, im onkologischen Bereich am wenigsten. Insbesondere auf den Intensivstationen häufen sich laut George die Probleme.

Im Vergleich der Trägertypen sei auffällig, dass die besseren räumlichen Bedingungen sowie ein respektvollerer Umgang mit Verstorbenen in den frei-gemeinnützigen Kliniken erfolge. Das „Ausmaß der ärztlichen Betreuung und auch unnötiger Lebensverlängerung wird von den Mitarbeitern in Krankenhäusern der Maximalversorgung stärker problematisiert“, heißt es in einer Mitteilung des TransMIT Zentrums. Die Untersuchungsbefunde zeigten zudem, dass Frauen mehr Empathie für die Bedürfnisse Sterbender und deren Familien aufbrächten als ihre männlichen Kollegen.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse, die George aus Daten von über 200 Häusern ermittelte, fordert er den Einsatz für eine nachhaltige Medizin, wie etwa in der Schweiz, und spezifischere Qualitätsmanagement-Systeme. Im Vergleich zu den Befunden der ersten Gießener Sterbestudie sei es durchaus zu Verbesserungen gekommen, dennoch bleibe das erreichte Niveau der Betreuung Sterbender problematisch. Der Studienleiter bilanzierte: „Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem.“

Am 12. Oktober stellt George auf dem Gießener Kongress „Sterben im Krankenhaus“ nochmals einer interessierten Fachöffentlichkeit die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit vor.

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