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Wirtschaftlichkeit im Klinikbetrieb belastet Arzt-Patientenverhältnis

Fast 90 Prozent der ärztlichen Führungskräfte befürchten, dass sich die Ökonomisierung des Gesundheitswesens negativ auf das Arzt-Patientenverhältnis auswirkt. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Ärzte-Manager 2013“ der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), an der insgesamt 3.435 Ärzte der ersten und zweiten Führungsebene teilnahmen. „Die Last, in der Klinik ‚schwarze Zahlen‘ zu schreiben, ruht zunehmend auf den Schultern der Ärzte“, sagte der Generalsekretär der DGIM, Ulrich Fölsch. Das verzerre auch das Berufsbild, weil Mediziner mit immer mehr Aufgaben konfrontiert würden, die bislang nicht zu ihren Kernthemen gehörten.

So gaben etwa drei Viertel der Befragten an, ehrgeizige betriebswirtschaftliche Leistungsvorgaben von ihrer kaufmännischen Geschäftsleitung zu erhalten. Zudem werde ihnen auch eine betriebswirtschaftliche Steuerung abverlangt, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft. Diese Vorgaben seien allerdings aufgrund der sich immer weiter spreizenden Schere zwischen Kosten und Erlösen nur schwierig realisierbar, so Fölsch. Außerdem fehlten im Klinikalltag häufig die geeigneten Instrumente dafür, sagte Thomas Kapitza, Sachverständiger im Bereich Gesundheitswesen aus München, mit dem die DGIM das Projekt durchgeführt hat.

Darüber hinaus berichteten sechs von zehn Befragten, bei Entscheidungen der kaufmännischen Leitung nur unzulänglich einbezogen zu werden. Dass sich die ärztliche Verpflichtung zum Patientenwohl und die kaufmännischen Vorgaben immer weniger vereinbaren ließen, hält Fölsch für äußerst problematisch. Es entstehe „eine Kultur, die Pflege und Medizin nur als veräußerbares Produkt und Handelsware versteht.“

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