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Konflikt um UPD schwelt weiter

Die Fördermittel für die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) werden für die kommende Förderphase von 5,2 Millionen Euro auf 9 Millionen Euro jährlich erhöht und die Laufzeit von fünf auf sieben Jahre verlängert. Das teilten gestern der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, und der Vorstand des GKV-Spitzenverbandes (GKV), Gernot Kiefer, anlässlich der Vorstellung des neuen Konzeptes für die UPD durch das Unternehmen Sanvartis mit. Nach monatelangem Streit um die Neuvergabe der UPD an den Duisburger Callcenter Betreiber erhielt der nach Abschluss des Vergabeverfahrens am vergangenen Freitag den Zuschlag für die Patientenberatung ab 2016. Für die kommenden sieben Jahre fließen insgesamt 62 Millionen Euro aus Mitteln der gesetzlichen und weitere 630 000 Euro von der privaten Krankenversicherung in die Finanzierung.

Er sei sicher, das von Sanvartis vorgelegte umfassende Konzept werde helfen, den Bekanntheitsgrad der UPD deutlich zu erhöhen, sagte Laumann. Bislang kennen nur zwei Prozent der Bundesbürger die UPD. Hätte die Patientenberatung bislang lediglich 81.000 Kontakte pro Jahr gezählt, wolle man schon 2017 auf 200.000 kommen. Erreicht werden soll das über eine schnellere Erreichbarkeit, erweiterte Anrufzeiten, den Ausbau lokaler Beratungsstellen von 21 auf mindestens 30 Standorte sowie mit mobilen Beratungsbüros in ländlichen Regionen. Künftig solle sogar die Möglichkeit bestehen, dass etwa bei Schwerstbehinderten die Beratung zu Hause erfolge. Vor allem das digitale Konzept mit Onlineberatungen, Webinaren und einem Youtube-Kanal habe überzeugt, sagte Gernot Kiefer am Rande der Pressekonferenz. Die jetzigen Anbieter der UPD lägen an dieser Stelle mit ihrem Konzept vier Jahre zurück, so Kiefer.

Dennoch schwelt der Streit um die Unabhängigkeit der UPD weiter – denn Sanvartis betreibt Callcenter für Krankenkassen. Aus Protest räumten am Montag gleich zwei Mitglieder des UPD-Beirates ihre Posten: die Gesundheitswissenschaftler Marie-Luise Dierks von der Medizinischen Hochschule Hannover und Rolf Rosenbrock, Chef des Paritätischen Gesamtverbands. Das wolle er nicht kommentieren, antwortete Staatssekretär Laumann auf Nachfrage und berief sich auf die Zustimmung der Vergabekammer. Zudem habe man zuvor ein juristisches Gutachten eingeholt und Sanvartis eine rechtlich eigenständige gGmbH gegründet. Um größtmögliche Neutralität zu gewährleisten, werde demnächst ein Auditor vom wissenschaftlichen Beirat ernannt, der nur seinem Amt verpflichtet sei, so Laumann. Beim kleinsten Verstoß gegen die Regeln erfolge die fristlose Kündigung.

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